Dies und das

Auf dieser Seite nenne ich einige meiner Gedichte: Liebesgedichte, Glaubensgedichte, harte Gedichte, Quatschgedichte. Sohnemann (11) sieht diese Texte nicht als Gedichte an, weil sie sich nicht reimen. In der Schule haben sie zum Beispiel richtige Gedichte von James Krüss. Nun, an meine Lieblingsgedichte kommen die folgende Texte auch nicht heran (z.B. Benn: Astern; Ein Wort; Günther Eich: Inventur). Es sind eher "Augenblicke", die so geschildert werden, dass sie emotional treffen - WF-Gedichte eben (vgl. Nr. 39 + 29) - bzw. Videoclip-Foto-Gedichte. Über meine Lieblingsgedichte würde ich gerne was schreiben: Wenn ich doch nur mehr Zeit hätte ...! Nun, bevor das ins Werk gesetzt werden kann, kommen meine Gedichte/Augenblicke vor Ihre Augen. (Das Datum gibt die jeweilige Weiterführung der Sammlung an.)   

Ein großer Kritiker krisierte Gedichte von Heinz Erhardt sinngemäß: Reim dich oder ich fress dich - aber ganz witzig. -- Wollte Heinz Erhardt mehr? Obwohl tiefsinnig - sie können voller Witz sein. Einige Gedichte von Goethe sind auch Kalauer - die würden heute wohl auch kaum mehr durchgehen. Ich bekenne mich freudig zu meiner Naivität, zum Spaß an der Sprache, zur Freude am Denken und Formulieren. Auch als Kleinlyriker kann man sich am Reim, am Rhythmus freuen, daran erfreuen, ein paar Worte so gezielt zu setzen, dass Erinnerungen aufkommen, mit ihren Düften, Bildern, Gefühlen...

Meine Gedichte sind seit dem 19. April 2009 auch als Büchlein erhältlich:

Wolfgang Fenske: Augenblicks-Gedichte, BoD 2009 (ISBN: 9 783837 020502) 108 Seiten, Preis: 9,90 €

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Gedicht 222 (24.12.2010)

Christ-Fest
Christ-Fest feiern wir,
wenn Einsame Gemeinschaft erfahren,
wenn Kranken Hoffnung wird,
wenn Ausgestoßenen die Hand gereicht wird,
wenn Ängstliche mutig werden,
wenn Besitzende teilen,
wenn Gewalttätige sich schenken,
wenn Wortgewaltige schweigen,
wenn No-names stolz ihren Namen aussprechen,
wenn Lügende sich zu schade werden, weiterhin zu lügen,
wenn Selbstzerstörung in Selbstannahme mündet,
wenn Weltzerstörung zur -bewahrung führt,
wenn Menschen sich nicht mit der Welt zufrieden geben
– sondern Gottes Licht und Wärme spüren.
Das wird ein Fest!
Christ-Fest.

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Gedicht 221 (18.12.2010)

Advents-Stolpern
In Geschäften dudeln Lieder,
doch im Herzen klingt Advent.
In Geschäften liegen Waren,
doch im Herzen das Geschenk.
Auf den Straßen herrscht die Hetze,
doch im Herzen warme Ruh.
Der Mensch, ich Mensch in wirrer Eile,
doch im Herzen herrschst, Gott, DU.

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Gedicht 220 (11.12.2010)

Advent 3
Mitten beim Einkauf: Advent.
Mitten beim Staubsaugen: Advent,
beim Fahren: Advent,
am Schreibtisch: Advent.
Advent im Sommer, Advent im Nebel.
Unverhofft. ER kommt,
ist nah, ist da.
*
Gedicht 219

Gott verteidigen - 
wer kann das schon?
Wenn Gott sich verbirgt,
wer kann ihn entbergen?
Gott allein, Gott allein.
Auf ihn warten in Geduld!?
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*Gedicht 218 (4.12.2010)

Advent 2
Gottes Liebe ahnen wir,
sie lässt uns nicht im Stich.
Sie steht nicht nur auf dem Papier,

in Jesus Christus sucht sie dich.

*

Gedicht 217

Spatzengespräch im Schnee

Kleiner Federball
wie kannst du die eisigen
Winde bestehn?

Ich hab meine Federn.
Du gibst mir die Körner.
Gott schenkt mir die Wärme
und frohes Gemüt.
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Gedicht 216 (28.11.2010)

Advent 1 
Wir warten dein, oh Jesus Christ,
weil du noch nicht gekommen bist.
Doch wenn du kommst – dann laufen wir,
wir wollen dich nicht haben hier.
Bleib du nur Kind von dazumal
dann rufen wir dich Jahr um Jahr.
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Gedicht 215

Straßenlicht
verwirrt die Sonnenuhr.
Schattenlichter
verwirren mein Herz.
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Gedicht 214

Alp
Irgendein Spaßvogel
hat in das Brot vor mir
das ausgemergelte Antlitz
eines Verhungernden
geknetet.

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Gedicht 213 (20.11.2010)

Gasthaus
Die eine knabbert
am Geflügelspießchen, die
andre am Finger
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Gedicht 212

Wenn Regentropfen mich benetzen,
fließen sie zu einem Gedicht.
Wenn Sonnenstrahlen mich aufrichten,
leuchten sie zu einem Gedicht.
Wenn deine Worte in mich dringen,
klingen sie zu einem Gedicht.
Wenn deine Finger mich berühren,
schreiben sie mir ein Gedicht.
Tropfen, Strahlen, Wort und Finger
mein Gedicht.
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Gedicht 211 (12.11.2010)

Der Tod ist der Regen,
Gottes Licht ist die Sonn,
sie locken hervor
den kecken Keimling.
Froh und ernst treibt er:
endlich Gottes Lichtschein sehn,
das den Fruchtkern wachsen ließ
- und der Regen auch.
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Gedicht 210 (6.11.2010)

Die Blätter zittern
auch im warmen Herbstwind – so
ein Gefühl von mir.
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Gedicht 209

In allen Farben
spielen Haare. Du, Färbung,
tötest Farbenspiel.
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Gedicht 208 (31.10.2010)

Drachen basteln.
Drachen grinsen.
Drachen steigen.
Drachen fallen.
Drachen flattern.
Drachen wogen.
Fröhliches Lachen.
Neue Drachen:
kaufen,
zerren,
knattern,
Furcht einflößend.
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Gedicht 207 (23.10.2010)

Liebe wird nicht mehr besungen.
Liebe, sie ist einfach da!
Liebe wird nicht mehr beredet,
Liebe, sie ist herzensnah!
Eine ohne Worte Liebe
- geht?
Ganz still?
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Visuelle Poesie - Gedicht 206 (23.10.2010)

"Wer setzt es zusammen? Alles zerfällt in einzelne Teile." - Lautet der Text.

Man muss in all dem Chaos nur die Struktur finden,  dann versteht man...

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Gedicht 205 (16.10.2010)

Wir sind einander nah,
wir meinen, es wird für immer sein.
Stumm blicken wir uns an,
dunkel ahnen wir:
Die Trennung naht,
wir meinen, sie wird für immer sein.
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Gedicht 204 (10.10.2010)

Bevor der Tod
nach ihm greift,
greift er nach Luxus:
Leute, lassts krachen!

Bevor der Tod
nach ihm greift,
greift er das Extrem:
Leute, lassts krachen!

Bevor der Tod
nach ihm greift,
ergriff er den Tod:
Leute, lassts krachen!
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Gedicht 203 (2.10.2010)

Als der Knopf an der Bluse war,
sagte er sich schelmisch: Naaa!
Und sprang putzmunter,
von der bunten Bluse runter.
Die Dame konnte das nicht sehn
und blieb ganz unbekümmert stehn.

Die Augen des Herrn guckten,
seine Finger und Lippen zuckten.
Da man dann jedoch nichts tut,
fasste er sich gestrengen Mut:
schaute ihr in die Augen fest -
und dachte sich dabei den Rest.

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Gedicht 202 (25.9.2010)

Zwei Liebende lagen im Klee.
Da sagte sie: Tu mir nicht weh.
Da sagte er stöhnend im Klee:
Ich weiß, scheiden tut weh
- aber ich geh.
Ramdandei, ramandei, ram.
Da fragte sie: Warum?
Da sagte er: Die Zeit ist um,
- unsre Zeit ist um.
Ramdandei, ramandei, ram.
Sie weinte heiß in den Klee,
der wurde zu eiskaltem Schnee.
Er sagte: Ade
- und Strg C.
Ramdandei, ramandei, ram.
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Gedicht 201 (18.9.2010)

Der süße Duft der
Rose dringt in mich ein. Ich
möchte Rose sein.

Der strenge Geruch
gefall´ner Blätter herbt ein.
Ich werd´ Erdblatt sein.

Der Ahnungsduft des
Frühlings dringt in mich ein. Die
Höhe, Weite, Freiheit, Licht,
Leichtigkeit sind mein.
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Gedicht 200 (11.9.2010)

Sonnendurchflutet
wabern lichte Nebel und
künden nahen Herbst.
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Gedicht 199

Immer wieder schrie
der Besoffene in die Nacht:
Ich bin eine Hur´!

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Gedicht 198 (4.9.2010)

Ich reib´ mir die Augen
und spritze mit den Sonnenstrahlen
hinauf auf den Ball,
zerstreue mich in tausend Glitzern,
durchstöbere staubige Ställe,
trockne Stumpfsinnsmorast –
ein kleines Kind erhascht mich
mit unwissend tappenden Händchen.
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Gedicht 197

Nachruf.
Zum Geburtstag rief sie
früh morgens lachend an.
Sie starb.
Ich vermiss ihr Lachen.
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Gedicht 196 (28.8.2010)

Gute Worte
höhlen Steine,
lassen blühen –
sind verklungen.

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Gedicht 195 (21.8.2010)

Schneeglitzern,
geweht von den Gipfeln,
besprüht unsere Haut
mit winzigen Kristallen.
Die dunkle Bläue des Himmels
rötet dein Gesicht.
Deine Augen leuchten.
Die Schönheit drückt
uns eng zusammen.

Gedicht 194 (14.8.2010)

Verborgener Beobachter,
du sirrst in den höchsten der Töne:
Wirst du, winziger Lauscher,
auch von den Wellen der Liebe getragen?
Liebe reizt,
stichelt nicht,
Störenfried!

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Gedicht 193 (7.8.2010)

Eintauchen
Der ganze Wald ist ein Gesang,
die ganze Wiese ein Gezirp,
mein ganzes Herz ist tiefer Dank. 
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Gedicht 192


Strandgedanken
An den Stränden tummeln sich
rotbraune Körper
ohne weiße Streifen.
Wunderschön anzusehn.
Wie sehr missachtet man den Schöpfer,
lehnt man ab sein Werk.
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Gedicht 191 (24.7.2010)

Ja, sie war hier!
Ihr Morgenduft begegnet mir –
ein Seidentuch berührt wehend mein Gesicht. 
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 Gedicht 190

Nachruf.
Morgens öffnete er
klackernd die Fensterläden.
Er starb. Ich vermisse das Klackern.

Gedicht 189 (16.7.2010)

Nachtschwärmer –
heißes Verlangen,
suchtvolles Suchen.
Am Quell des Lichts
das Tor zum Leben
Taumel der Träume.

Vom Schmerz gezeichnet:
erschrockenes Fliehn,
süchtiges Zurück,
verbranntes Zucken.
Letztes Aufbäumen
Taumel der Träume.

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Gedicht 188

Dieser alte Mann weiß
es ist Zeit,
er wird bald vergehn.

Dieser alte Mann weiß,
er bleibt,
er wird Christus sehn.
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Gedicht 186 + 187 (9.7.2010)

Die folgenden zwei Gedichte stammen aus der Frühzeit meines Dichtens. Soweit ich das an ihnen erkennen kann, habe ich versucht, das, was ich sehe und spüre, nachzuzeichnen, so eine Art Wort-Gemälde. Sie sind sehr lang. Ab dem nächsten Mal wirds wieder gewohnter. (Der zweite Text passt zum Wetter.)

Netzgefangener Nebel
entflieht grauen Schwaden:
leicht, schüttern, lockig,
die geschmückten Ohren
wild überfließend.
Die Stirn frei und hoch:
vom Windeswüten
zerklüfteter Fels.
Die schweren dunklen Brauen
durch tiefe Gräben getrennt:
verfeindete Geschwister.
Die matten Augen
sehen schwerfällig
und dickumrandet
ins Leere.
Die Nase sitzt stumpf,
von Gerüchen schwer,
oberhalb blasser,
von Flaum umrahmten
bewegten Lippen.
Gefaltete Hände,
pergamentbezogen
und von Aderstreifen
dunkelblau durchwoben.
Vom vielen Fassen
rissige Finger,
zitternde Zeugen
des Lebens.

*
Alles flimmert, ausgedörrt,
sonnenausgedörrt.
Blumenköpfe hängen verschlossen.
Baumwurzeln suchen in der Tiefe.
Gras – Stroh.
Alles flimmert.
Waldflimmern.
Wiesenflimmern.
Luft, dickflüssig, unatembar.
Hitze, schwer, unträglich.
Vögel, verstummt, flügelgedehnt.
Luftflimmern.
Hitzeflimmern.

Sonne – weg.
Dunkler.
Schwarz.
Wind weht, stürmt -
Bäume biegen,
Bäume stöhnen,
Bäume ächzen, schrein.
Blätter, Äste heimatlos.

Alles still.
Alles starr.
Alles zuckt.
Ein Baum kämpft.
Knistert: Leben!
Vergeblich.
Feuer gefräßig.
Zittern.
Donner,
ohrenbetäubend.
Zittern.
Tropfen klatschen,
prasseln, knallen.
Rissige Erde saugt gierig.
Wind zerwühlt Bäume.
Regen umspült Blumen.
Alles atmet, trinkt, atmet, trinkt.
Stille.
Tropfen.
Grüne Sonne,
mildes Licht.
Vögel zwitschern,
Insekten summen,
Tropfen pitschen.
Braune Pfützen.
Leben, Leben. 
 .

Gedicht 185 (3.7.2010)

In allen Lebenslagen
lass
dich vom Glauben tragen

In allen Lebenslagen
lass
dich vom Glauben anderer tragen.

In allen Lebenslagen,
lass – voller Aufruhr –
vom nahfernen Gott dich tragen. 
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184: Mal etwas anderes: Überlegungen zum Gedicht

Jesus

Gedichte sind aneinandergereihte Worte, die emotionale und rationale Ebenen des Menschen ansprechen. Um das zu fördern, handelt es sich um kunstvoll zusammengefügte Worte: Reim, Rhythmus, Klang usw. Ich möchte einen Namen hier einstellen: Jesus. Was empfindet, denkt der jeweilige Leser, die jeweilige Leserin, wenn sie dieses Wort bewusst wahrnehmen? Ohne Punkt, ohne Ausrufezeichen, ohne Fragezeichen – und was, wenn diese genannten Zeichen hinzugefügt werden?
Und zu diesem Namen setze ich nun einen weiteren hinzu:

Judas

Ist nun Judas ohne den vorangegangenen Namen Jesus zu lesen? Auch ohne Punkt und Ausrufe- bzw. Fragezeichen. Wie würde der Namen gelesen werden, wenn ich ihn zuerst genannt hätte – und dann erst Jesus? Ich füge noch ein Wort hinzu:

Ich

Was nun? Wie werden Jesus, Judas und Ich interpretiert? Können sie noch den ursprünglichen Klang ohne die jeweils anderen Worte behalten oder werden sie sofort durch die jeweils anderen Worte gefärbt? Wer ist „Ich“? Der Autor, der jeweilige Leser, die jeweilige Leserin? Wie wird dieses „Ich“ gefüllt, welche Erfahrungen stehen dahinter, welche Weltsicht, welche Jesus- und Judasinterpretationen…

Jesus
Judas
Ich

Bewirkt diese Reihenfolge dasselbe wie die folgende:

Judas
Ich
Jesus

Usw. Handelt es sich um Gedichte, um ein Gedicht
?

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Gedicht 183 (19.6.2010)

Die Morgennebel steigen,
das Korn steht grün und grad,
Johannisbeeren hängen rot und schwer an Zweigen,
doch in meinem Hirn ist´s fad.
Mir fällt kein Reim ein, mir fällt kein Reim ein,
drum lass ichs Weiterreimen sein.

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Gedichte 181 und 182 (12.6.2010)

(Ein Thema: zwei Gedichte)

Kleiner Federball.
Morgens stolzer Gesang – am
Abend überfahr´n.

*

Kleiner Federball,
morgens singst du munterstolz
über Hausdächer,
abends liegst du zerfedert
im Straßenranddreck.
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Gedicht 180 (5.6.2010)

Wer kann schon eine Rose beschreiben,
mit Worten? - Sie versagen,
sie tauchen ein in dem schönsten aller Rot
- betörendem Rot;
sie versinken im tiefsten aller Düfte
- schillerndem Dufthauch;
sie verstrudeln in den Formen der Blüten
- in verwirbelter Weltenordnung.
Wer kann schon eine Rose malen,
mit einem Pinsel? - Er versagt,
er taucht ein, die Farben werden leere Phantasie,
der Duft, oh, Duft – wo bleibst du?
Form und Farben – kleines Nimmerblatt!?
Worte versagen,
sehe ich Dich,
ich versinke
verstrudle
atemlos
betört

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Gedicht 179 (29.5.2010)

„Oh, Gott, Unordnung
in deinem Garten. Lass mich
Ordnung schaffen!“ „Nein!“

„Oh, Gott, Rübe und
Kraut wildes Durcheinander.
Ich reiß es aus!“ „Nein!“

„Oh, Gott, du schlechter
Gärtner!“ "Sei ruhig, mein Kind,
schau dir genau an:

Ich lieb´ das Wunder:
Aus so manchem Kraut wird noch
´ne Rübe wie du.“

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Gedicht 178 (22.5.2010)

Neue Welt:
„Glück und Glas
wie leicht bricht das.“
Glück zerbricht
Glas nicht.

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Gedicht 177

Die Hoffnung -
ein Wunder.
Das zarte Pflänzchen keimt,
wird groß und blüht,
auch ohne Nahrung,
trotz Rückschläge.

Gott vertrauen zu können -
ein Wunder Gottes.
Das zarte Pflänzchen keimt,
wird groß und blüht,
genährt von Gott –
in Rückschlägen Geborgenheit.

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Gedicht 176 (15.5.2010)

Manchmal fühle ich mich wie ein Löwenzahnschirmchen:
zart und doch voller Kraft,
vom Wind getrieben und doch hoffnungsvoll,
gefallen und doch wurzelnd, blühend, schön.

Mein Gott, Zartheit und Kraft,
mein Gott, Wind, der mich trägt,
mein Gott, Erde, die mich empfängt –
um neu zu wurzeln: blühend, schön.
Mein Gott, manchmal fühle ich mich schon hier,
geborgen in Dir.

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Gedicht 175 (8.5.2010)

„Vorsicht, frisch gestrichen!“
klebt vergilbt in Fetzen
an der abgeblätterten Wand.

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Gedicht 174

Dartspiel im Vorstadtkaffee mit Freunden.
Plastikblumen auf schmuddeligen Tischen.
Vorgestern.
Gestern.
Heute.
Morgen.
Übermorgen.
Täglich, mit Bier bis zum Mittag.
Stolz über den Sieg.
Manchmal. 

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Gedicht 173 (1.5.2010)

Aiaiai,
es ist Mai,
kommt herbei!
Die Vöglein singen,
die Tierlein springen,
die Mücklein zwingen
uns ins Haus.
Das Fest ist aus.
Oh, Graus.
Oh, Graus?
Das Fest ist aus?
Im Haus?
Im Haus - welch ein Singen,
im Haus - welch ein Springen,
im Haus - wir bringen
dem Mai ein Ständchen
und halten unsere Händchen:
Aiaiai,
es ist Mai,
kommt herbei!
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Gedicht 172 (1.5.2010)

Wir haben elektrisches Licht
und sehen doch nicht.
Wir kommen schnell fort,
bleiben jedoch am selben Ort.
Wir haben ein Haus,
fühlen uns einsam, unbehaust.
Wir hören Infos von überall her,
doch verstehen wir gar nichts mehr.
Wir essen uns satt
und fühlen uns matt.
Wir lieben uns selbst sehr,
doch den Großen Liebenden finden wir nicht mehr.
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Gedicht 171 (24.4.2010)

Golddurchflutet ist der Raum,
dunkelfinster ist das Herz,
die Sonnenflut erkennt es kaum,
zu groß ist der Schmerz.

Kaum
im Raum
das Herz
- Schmerz.

Sonnenflut ergreift das Herz,
golddurchflutet vertreibt sie Schmerz –
man hört es kaum,
leises Singen durchzittert den Raum.
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Gedicht 170 (17.4.2010)

Da schreit ein Bote: Leut, es brennt!
Da sagt ein anderer, der ihn kennt:
Dieser Bursch hat Dreck am Stecken,
also müssen wir die anderen nicht wecken.
Und lichterloh brennts Häuschen ab
unds Dörfchen zieht es mit ins Grab.

Und die Moral von der Geschicht:
Glaub der Wahrheit –
auch wenn sie ein Unwürdiger spricht.

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Gedicht 169 (10.4.2010)

Universaler Unterschied.
Der Mensch lebt,
um zu sterben.
Der Mensch stirbt,
um zu leben.

Jeder Lebenstag
ein Schritt zum Leben,
ein Schritt zur Verwandlung,
ein Schritt in Gottes Licht.

Schmerzhaft,
vielleicht.

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Gedicht 168 (3.4.2010)

Dem Staub Leben entlockt,
dem Schwarz Bilder entdeckt,
dem Nichts Worte entspürt,
Gemeinde, Kerzen, Freudenlieder –
Mein Herr, mein Gott,
Ostern!
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Gedicht 167

Das Gebet wird stumm.
Die Sehnsucht schreit. Gott kommt - ganz
leise herbei: Licht.
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Gedicht 166 (27.3.2010)

Bunte Kissen und
Laken gewebt vom Frühling.
Von Sonne bedeckt.
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Gedicht 165

Menschenkinder (5 Haikus)

Mit viel Lärm tuckert
der dicke Mopedfahrer
die Brücke hinauf.

Spießbürgerliches
Leben verabscheute er -
fand selbst jedoch keins.

Ganz stolz blickte er
in die Zukunft, die in der
Vergangenheit liegt.

Erst war er stolz – nun
tappt er nur noch müde in
seiner Uniform.

Die Fahrradhose
kneift in ihrem Schritt – aber
Blickfang für Männer. 
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Gedicht 164 (21.3.2010)

Ich seh mich über eine blühende Wiese gehn,
so bunt, so hell, so Mittagswunderschön,
als Kind, gehüllt in hohes Gras, in Blütenduft.
Gefüllt mit Summen und Gezwitscher ist die Luft.

Frieden umfängt mich wie das Licht der Sonne,
mein ganzes tanzendes Wesen ist pulsierende Wonne.
Sonnenlicht, so herrlich, so warm
umstrahlt mich mit seinem streichelnden Arm.

Der Wind, der Wolkenbilder malt, spielt mit meinem Haar,
ich bin nicht in der Welt, ich bin einfach nur da.
In einer Freiheit und Freude tanze ich und springe,
die nur der gute, der ewige Hirte geben kann.
Ich spüre ihn tief im Herzen und singe.
Ich bin ihm nah.
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Gedicht 163 (14.3.2010)

Hand, du hast
viel Samen gesät,
Menschen gesehn
und Krüge geformt.
Hand, du bist
von Scherben benarbt,
mit Schwielen bestückt,
gezeichnet von Bewegungen,
verunstaltet von Wasserrunzeln.
Hand, zu viel
hast du versäumt.
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Gedicht 162 (6.3.2010)

Die Amsel wartet
Frierend, zitternd auf ihren
Gesangseinsatz. Jetzt –

Die Menschen warten
müde und hoffend auf ihren
Lebenseinsatz. Jetzt –

Gedicht 161 (28.2.2010)

Das kann es doch nicht sein.
Menschenrechte mit Füßen treten,
um sie durchzusetzen,
ungerecht handeln,
um Gerechtigkeit zu wirken,
den anderen verachten,
um Respektlosigkeit zu widerstehn,
ein liebloses, kaltes Herz zeigen,
um die Welt liebevoll zu machen,
anderen den Tod wünschen,
um das Leben zu ehren.

Die Unmenschlichkeit des Gegners
färbt auf mich ab:
Ich bekämpfe im Gegner
mich selbst.
Das kann es doch nicht sein.
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Gedicht 160


Gott liebt den Menschen - sichtbar in Jesus Christus.
Der Mensch liebt Gott - in Jesus Christus.
Der Mensch liebt andere Menschen - in Jesus Christus.
Der Mensch liebt sich selbst - in Jesus Christus.
Bis er Ruhe findet in der großen Liebe - in Jesus Christus.

Gedicht 159 (21.2.2010)

Listig.

Krähe, Bote des Winters,
deine Stimme ist unpassend
im Frühjahr.
Sag das nicht,
sie gehört zum Chor
der vielen kleinen
Sängerinnen und Sänger.
Nur schweigen sie noch.
Ich will sie wecken.

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Gedicht 158

Wer das Licht bekämpft,
liebt die Dunkelheit, das Licht
jedoch bleibt bereit.

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Gedicht 157 (7.2.2010)

Hänschen klein ging allein
in die weite Welt hinein.
Trank aus vielen großen Flüssen,
aus den bittern, aus den süßen,
verlor den Stock, salbadert gut,
manchmal mit – mal ohne Mut.

Aber Hänschen weinet sehr,
hat ja keine Mutter mehr.
Da besinnt sich das Kind –
läuft nach Hause –
in den Wind.
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Gedicht 156 

Der Tod schmückt sich mit
Blumen. Übersehen steht
abseits leer das KREUZ.
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Gedicht 155 (30.1.2010)

Frühstück

Der Kaffee brüht,
wer hat ihn wohl geerntet?
Die Hose sitzt,
wer hat sie wohl gewebt?
Der Teppich wärmt,
wer hat ihn wohl geknüpft?
Das Brot schmeckt gut,
wer hat es wohl gebacken?
… die Maschine?
Doch wer hat sie bedient,
im Kongo, in Indien und irgendwo hier?
Wie lebt der Mensch?
Was denkt er – was denkt er sich dabei?
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Gedicht 154 (24.1.2010)

Du wirst frei.

Hole die Ewigkeit

in die Zeit

- du bist frei.

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Gedicht 153 (17.1.2010)

Kindheit

Den flockigen Schnee
mit offenem Mund fangen.
Die Augen glänzen.
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Gedicht 152 (8.1.2010)

Verzweifelt surrt die Biene
an der Scheibe.
Die Freiheit ist erkennbar –
unsichtbare Härte hindert.
Jeder Versuch trifft empfindlicher.

Nimm mein banges Herz,
setz es in die Weite des Windes,
setz es in die Wellen des Duftes.
Halte mein banges Herz –
behutsam, HERR der Freiheit.
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Gedicht 151

Schneemann, Schneemann,
jetzt bist du dran,
sagt der Klimaexperte.
Doch Schneemann erhebt stolz sein Haupt,
weil er nicht an die Klimaerwärmung glaubt.
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Gedicht 150 (2.1.2010)

Ein Jahr ist vergangen
- GOTT hielt uns -
SEIN Jahr.

Ein Jahr liegt vor uns
- GOTT hält uns -
was für ein Jahr?
- In SEINER Hand.

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Gedicht 149 (28.12.2009)

Zwischenzeit

Wir
leben immer
in der Zwischenzeit:
zwischen den Jahren,
zwischen gestern und heute,
zwischen heute und morgen.
Im Jetzt leben wir schon im Gleich.
Das Jetzt - ist sofort Vergangenheit,
sobald es gedacht wird - und Gegenwart.
Wir leben jetzt schon in DEiner Welt, mein Gott,
obgleich Leiden und Freuden uns hier noch ergreifen.
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Gedicht 148 (19.12.2009)

Es gibt keinen Weihnachtsmann
- mach mich nicht an!
Es gibt kein süßes Christkind
- all das ist ohne Sinn.
Es gibt keinen Nikolaus
- lockt nicht mal mehr ne Maus.
Bloß keinen Kinderglauben mehr
- der Jugendatheismus muss schnell her:
Wer heute noch an Jesus glaubt,
hat seine Kindheit nicht verdaut.

Da kommt das Himmelslicht
- und erleuchtet mich.

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Gedicht 147 (13.12.2009)

Die Kälte dringt in uns.
Die Nacht schaudert um uns.
Das Knacken schreckt uns.
Das Nichts füllt uns.
Du
drückst furchtsam deine Hand
fester in die meine.
Lähmendes ist nun gebannt.
Ich bin nicht alleine.