Die von mir so genannten Splitter sind Texte, die ich vielfach im Anschluss an einen Gottesdienst als „Rausschmeißer/Weggeleit“ lese. Sie haben thematisch mit dem Gottesdienst zu tun, sehen ihn aber noch einmal unter einem neuen – einprägsamen? – Blickwinkel. Manchmal sind sie auch spitze Formulierungen aus dem Blog.
Splitter 24.12.2010
„Ich habe in diesem Jahr nichts Vernünftiges geschenkt bekommen“, sagte Einer ganz traurig. „Nichts, das mein Herz wirklich erfreut hat.“ „Oh“, sagte der Heilige, „das tut mir aber Leid. Ich habe etwas Wunderbares geschenkt bekommen!“ „Was denn?“, fragte Einer neugierig. „Dankbarkeit“, sagte der Heilige, „tiefe, tiefe Dankbarkeit für alles, was Gott mir und meinen Lieben geschenkt hat. Dankbarkeit, die selbst das Leiden überstrahlt, weil Gott mir in Jesus Christus ein Geschenk gemacht hat, das so wunderbar ist, dass ich es noch gar nicht richtig begreifen kann.“ „Du bist aber leicht zufrieden zu stellen!“, sagte Einer. „Meinst du?“, fragte der Heilige, „du nicht, weil du lieber schwer und traurig durchs Leben gehen möchtest?“
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Splitter 18.12.2010
Die Sehnsucht nach Leben macht den Menschen ganz wirr, ganz irr.
Selbst die Liebe Gottes ersetzt er durch glitzerndes Geflirr.
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Splitter 11.12.2010 (Aus dem Blog)
Jedem Neubeginn geht ein Ende voraus.
Jedem Ende folgt ein Neubeginn.
Welcher? Das liegt an mir.
Auch an mir.
An mir?
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Splitter (4.12.2010) (Aus dem Blog)
Errichtest du Mauern um dich herum,
damit du dich verstecken kannst
- oder um zu sehen, wer genug Liebe hat,
sie niederzureißen?
Kannst du sie selber niederreißen,
wenn der Prinz nicht kommt -
oder bleibst du dann in deinem Versteck?
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Splitter (27.11.2010)
"Ein Glaube ohne Gott ist wie eine rutschende Hose", sagte der Heilige. "Was für ein Schwachsinn!", sagte Einer. "Lass mich doch auch einmal etwas Sagen, das schwach Sinnig ist", antwortete der Heilige listig.
Splitter (20.11.2010)
„Wo Licht ist, ist auch Schatten“ sagte einer zum Weisen. „Sicher“ sagte der Weise, „es gilt aber auch umgekehrt: Wo Schatten ist, ist auch Licht. Darum: Sei ein freier Mensch und sieh nicht nur auf die Schatten, dreh dich um und sieh auf Jesus Christus, der sagt: Ich bin das Licht. Die Schatten sind nicht weg – aber sie beherrschen dich nicht mehr. Du bist frei!“
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Splitter (12.11.2010)
Das Mäuschen findet es ungerecht: Die großen Menschen treten unachtsam auf die Nuss – und sie ist kaputt, man könnte sie doch wunderbar fressen! Und sie, die kleine Maus, muss unendlich lange schaben, bis sie endlich ein wenig von dem Leckerbissen bekommt. Ungerecht, ungerecht, ungerecht!
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Splitter (6.11.2020)
Einer sagte zum Heiligen: „Der Christ ist ein freier Mensch?“ „Ja“, sagte der Heilige. „Also darf ich tun und lassen, was ich will?“ „Ja“, sagte der Heilige, „du darfst alles tun und lassen was du willst – nur tue es aus Liebe.“ „Das ist doof“, sagte Einer, „dann darf ich ja doch nicht tun, was ich will.“ „Natürlich – aber auch aus Liebe zu dir selbst. Weißt du: Ein Mensch dachte mal, ich darf tun was ich will. Und da er ein gefräßiger Mensch war, hat er aus vollkommener Freiheit nicht mehr gegessen, sondern gefressen – bis ihm schlecht wurde. Hat er da aus Liebe zu sich gehandelt? Ein anderer war sehr reich, der hat sich alles gekauft, was ihm vor die Finger kam – und dann wurde er innerlich vollkommen leer und arm. Hat er aus Liebe zu sich selbst gehandelt? Ein anderer angelte sich Freundinnen so viel er bekam - was meinst du: ein Traumleben? Nein, Sucht und Überdruss. Ein anderer hat in seiner Freiheit nur sich selbst gesehen und sich durchgesetzt – was meinst du, wie schnell der einsam und allein war. Hat er aus Liebe zu sich selbst gehandelt? Und am meisten Gutes tust du dir selbst dann, wenn du anderen aus vollkommener Freiheit und Liebe Gutes tust.“
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Splitter (30.10.2010)
Gott kann doch nicht schon immer gewesen sein! Gott muss doch irgendwie aussehen! Er muss doch etwas essen und irgendwas atmen! Gott…! - Wir Menschen können Gott nur in unseren Kategorien denken. Gott hatte ein Einsehen mit uns und dachte sich: „Weil die Menschen mich nicht denken können, werde ich mich ihnen im Menschen Jesus von Nazareth nähern und zeigen.“ So wurde Gott in Jesus Christus Mensch. Was sagt der Mensch dazu? „Geht doch gar nicht, dass Gott Mensch wird!" Und lacht sich über diesen Unsinn ins kleine Fäustchen. („Die ihn aber annahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden“. Johannesevangelium 1)
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Splitter (23.10.2010)
Einer sagte: „Man darf sich benehmen wie man will, man darf bei uns tun und lassen, was man will!“ „Sicher“, sagte der Weise, „man darf sich so asozial benehmen, wie man will, wenn man anderen dabei keinen Schaden zufügt.“ „Genau!“, sagte Einer. Der Weise: „Man darf sich dabei auch von anderen Asozialen bewundern lassen – aber muss man sich unter Wert darstellen? Ist es nicht schöner, den menschlichen und den spirituellen Reichtum in sich aufzunehmen, aus ihm heraus zu strahlen? Ist es nicht schöner, sich höher zu bewegen? Der Mensch mag aufrecht gehen, nicht im Schmutz herumkriechen.“ "Wie elitär du denkst!", sagte Einer. "Echt?" fragte der Weise. "Auch im Schmutz kann man elitär denken."
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Splitter (17.10.2010)
"Oh, Mann", sagte Einer, "Morgen muss ich X tun, übermorgen Y und was ich nächste Woche alles tun muss, das mag ich gar nicht sagen!" "Ich auch nicht", sagte der Heilige. "Wie meinst du das?" fragte Einer. "Die Zukunft, die noch gar nicht da ist, prägt unsere Gegenwart über die Maßen. Und das will ich für mein Leben nicht zulassen." "Aber du musst doch an die Zukunft denken!" wandte Einer ein. "Ja, sicher, nur muss ich nicht schon jetzt in der Zukunft leben. Gegenwart und Zukunft gleichzeitig zu leben, ist Überforderung." "Und? Wo bleibt Gott? Du führst ihn doch immer an!" sagte Einer. "Wo Gott bleibt? Bei mir, in der Gegenwart und in der Zukunft. Und aus seiner Hand nehme ich das Geschenk der Gegenwart und Päckchen für Päckchen das, was er mir nach und nach in der Zukunft gibt. Ich versuche nicht alle Pakete gleichzeitig zu erhaschen und zu öffnen. Ich genieße, staune, wundere und ärgere mich über den Inhalt des jeweiligen Päckchens zu seiner Zeit."
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Splitter (9.10.2010)
Wenn der Gedanke an die Ewigkeit das Leben in der Zeit prägt, dann ist das Leben in der Zeit ein Teil der Ewigkeit.
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Splitter (2.10.2010)
Glaube und Logik sind ganz unterschiedliche Dinge. Glaube hat etwas gemeinsam mit der Liebe, mit der Hoffnung, mit emotionaler Interpretation der Vergangenheit (Erinnerungen sind vielfach unlogisch), mit Leben und Sterben. In all diesen menschlichen Erfahrungsbereichen versucht die Logik zwar Fuß zu fassen, und kann hin und wieder auch ganz hilfreich sein - aber sie muss letztendlich kapitulieren. Vor allem auch, weil das Leben als solches unlogisch ist. Materie kann sich nicht zu Leben organisieren… Viele Erfahrungen sind einfach unlogisch. Selbst das, was logisch erfassbar sein sollte, die Wirtschaft… - da grinsen die Kenner. Selbst das, was der Logik verpflichtet ist, die Wissenschaft… - da grinsen die Kenner schon wieder. Unsere Sprache, von der alles abhängt, alles Werten, Beurteilen, Interpretieren, Vermitteln… ist logisch - breites Grinsen. Logik ist die Magd der Erfahrung. Freilich sei die Mathematik ausgenommen. 1+1 = 2. 1Apfel + 1 Pferd = 2 Pferdeäpfel. (Das musste sein ;-) )
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Splitter (25.9.2010)
Geschichte wiederholt sich nicht. Aber politische Dummheit ist ständig drohend präsent.
Realität ist Gutes und Böses, denen man begegnet - und nicht die heile Welt, die man sich wünscht.
Splitter (18.9.2010)
Gott gab uns den Verstand, damit wir ihn gebrauchen. Gott gab uns die Weisheit, damit wir ihn ahnen. Gott gab uns den Glauben, damit wir ihm vertrauen.
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Splitter (11.9.2010) (aus dem Blog)
Der große Traum des Kleinkindes führt in die Freiheit des Kindergartens - der Traum des Kindergartenkindes führt in die Schule - der Traum des Schülers führt in den Beruf - der Traum des Menschen überhaupt in Ehe/Partnerschaft - der Traum des Berufstätigen führt in die Rente - der Traum des Rentners: Gesundheit - der Traum des Gesunden - so möge es immer bleiben? Der große Traum von Freiheit führt in die Illusion der Selbstbestimmung, der Selbsterfüllung. Wie mit der Freude auf das Wochenende, auf den Urlaub - haben wir den Traum erreicht, verheddern wir uns in unseren selbstgebastelten Netzen. Wir könnten fallen. Nie hatte der Mensch in unseren Breiten mehr Gelegenheit, frei zu sein. — Unter den frühen Christen waren viele Menschen, die abhängig waren von anderen (auch Sklaven). In der Gebundenheit frei zu sein, das ist eine Lebenskunst, die sie lehrten.
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Splitter (4.9.2010) (aus dem Blog)
Manche verwechseln das gute Wort: "alle Menschen sind gleich" - mit dem Ziel, alle zu Teletubbies zu machen. Bonbonfarbene Hampelmänner.
Manchen Unheiligen befriedigt es, wenn er das Unheilige im Leben eines Heiligen findet. Darum: Mancher Unheilige hat nichts anderes zu tun als das Unheilige im Leben eines Heiligen zu suchen.
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Splitter (29.8.2010)
„Irgendwie liebe ich alle Menschen“, sagte Einer. „Ja“, sagte der Heilige, „ich liebe auch alle Menschen, vor allem dann, wenn sie weit von mir weg sind oder mit mir einer Meinung sind. Aber im Ernst: Du musst nicht alle Menschen lieben!“ „Ich muss nicht alle Menschen lieben?“ fragte Einer. „Nein“, sagte der Heilige. „Bitte bei allen Menschen, ob du sie magst oder nicht, Gott um Kraft, ihnen in Liebe begegnen zu können.“ „Und dann?“ fragte Einer. „Dann lass dich überraschen!“, sagte der Heilige.
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Splitter aus dem Blog - eine Fabel (28.8.2010)
… da traf der Wolf ein Schäfchen. Das Schäfchen stand aber hinter dem Zaun und der Wolf konnte nicht zu ihm hinüber. Da sagte der Wolf dem Schäfchen: “Komm herüber, Schäfchen, wir wollen doch Freunde sein, warum verbarrikadierst du dich hinter einem Zaun?” “Du bist böse”, sagte das Schäfchen. “Ich bin doch nicht böse”, antwortete der Wolf, “schau mal, wie ich lächeln kann!” “Mama und Papa und alle anderen Schafe sagen aber, dass du böse bist.” “Das ist nur ein Gerücht, das böse Schafe in die Welt streuen. Weil sie mich nicht mögen, darum sagen die so etwas Schlimmes. Schau doch mal, Schäfchen, wenn ich böse wäre, hätte ich dann diese weite Welt zu meinen Füßen? Ihr seid böse, darum ist der Zaun um euch herum gemacht worden. Wenn du lieb sein willst, schlüpfst du durch den Zaun hindurch und schaust mit mir die schöne Welt an. Sie besteht nicht nur aus grünem Gras. Sie besteht aus Wälder, Seen, vielen, vielen wunderschönen Tieren - komm, hab keine Angst vor der großen Welt ich werde dich beschützen!” Und das Schäfchen begann von einem Leben mit dem Wolf zu träumen. Ein paar Tage später entschloss es sich, gemeinsam mit dem Wolf die schöne Welt zu besehen. Es schlüpfte durch den Zaun hindurch - man fand nur noch ein wenig Blut.
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Splitter aus dem Blog (21.8.2010)
Ich vermute, dass der normale Wissenschaftler, der Käfer untersucht und das Wachstum der Pilze in der Petrischale, der die Weiten des Kosmos erforscht und die Struktur der Baumrinde und die Bewohner des Erdklumpens - dass der gar nicht an Evolution denkt, sondern staunt. Nichts als über das Leben und die Weite und die Vielfalt staunt. Warum denn diese ideologischen Grundsatzdiskussionen? Und wenn er meint, dass das Zufall ist - warum nicht? Und wenn er meint, dass eine Macht dahintersteht - warum nicht? Und wenn er meint, dass Gott dahintersteht - warum nicht?
Splitter aus dem Blog (14.8.2010)
Was ist das: Staunen? - Wann staunt ein Mensch? - Was hat Staunen mit Gott zu tun?
Ich staune noch viel: Über die Natur - einzelne Blumen - Bäume, Holz - die Vielfalt von Pflanzen und Tieren (im Augenblick darüber, dass die kleinen Federbälle so einer Kälte trotzen können), das Wetter … Ich staune über die Fähigkeiten des Menschen: Wenn ich am PC sitze - so etwas entwickeln zu können …, Heizungstechnik, natürlich auch über Flugzeuge und Häuser … Ich staune über die Organisation gesellschaftlicher Systeme - nicht nur die der Ameisen auch die der Menschen. Ich staune über Musik, Gedichte, Romane … Ich staune über Worte der Bibel. Wann hört das Staunen auf? Wenn ich sage: “Ist mir doch alles egal!” - wenn ich als Unfähiger sage: “Das könnte aber alles noch viel besser gemacht werden!” - wenn ich nur noch in Eile, Hetze und Unruhe bin; - wenn ich das Staunen allwissend oder resignierend blockiere.
Noch ein Splitter aus dem Blog:
Jesus führt(e) Menschen zu eine Familie zusammen (Markusevangelium 3,31 ff.), Paulus spricht von den Christen als “ein Leib” (1. Korintherbrief 12) - Christen aller Kontinente gehören zusammen. Die saudische Christin Fatima al-Mutairi (26) veröffentlichte im Internet ein Gedicht, von dem gleich ein Auszug genannt wird. 2008 wurde sie wegen ihres Glaubens von ihrem Bruder ermordet: >Möge der Herr euch leiten, ihr Muslime, / Und eure Herzen erleuchten, damit ihr andere lieben könnt. / Wir folgen Jesus Christus, der Wahrheit. / Lasst uns in Seiner Gnade leben, bevor unsere Zeit kommt. // Ich weine und mein Herz ist schwer. / Warum seid ihr so hart mit uns, die wir Christen werden? / Der Erlöser sagt: Selig sind die Verfolgten. / Für Jesus ertragen wir alles. // Eure Waffen können uns nichts antun, nichts Böses, noch Schande. / Drohungen erschüttern mich nicht. Wir fürchten uns nicht. / Bei Gott! Ich bleibe Christus treu bis in den Tod. / Jesus ist mein Herr und mein Beschützer. // Meine letzten Worte seien ein Gebet zum Herrn der Welt, / Zu Jesus, dem Messias, dem Licht, das uns führt, / Dass er uns wandelt und Gerechtigkeit übt / Und unter euch Seine Liebe verbreite, oh Muslime.< (Zitiert nach dem Monatsheft von Open Doors 1/09. www.opendoors-de.org)
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Splitterchen aus dem Blog (8.8.2010)
(a) Gott gibt uns harte Nüsse zu knacken: Immer, wenn Gott handelt, gibt es harte Nüsse zu knacken.
(b) Ich glaube, Gott macht es Freude, den schlauen Menschen intellektuell herauszufordern. Nur manche Intellektuelle geben zu schnell auf.
(c) Und manche von denen, die aufgeben, sagen entschuldigend: Die Nüsse seien sowieso hohl.
(d) Würden wir die Nusskerne von Gott annehmen, wenn er sie uns einfach so geben würde, ohne dass wir um sie kämpften?
(e) Ein Rätsel: Gott gibt uns die Nusskerne, ohne dass wir um sie kämpfen müssen.
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Splitterchen aus dem Blog (24.7.2010)
Jeder hat das Recht, kritisiert zu werden - auch Minderheiten oder solche, die es sein wollen.
Eingebettet in Jesu Herz...
Jesus Christus ist Gast bei unseren Mahlzeiten. Niemand muss alleine vor sich hinmümmeln.
Wie kann Gott Leidensfähigkeit zulassen? Wären wir ohne diese noch Menschen?
Das mag ich an Atheisten und Agnostikern: Sie stellen unsere Fragen, Fragen, die wir manchmal aus Bequemlichkeit nicht mehr hören wollen. Die Erkenntnis, dass man etwas nicht weiß, muss nicht dazu führen, dass man etwas nicht mehr wissen will. Man muss um Antworten ringen, kämpfen - dazu hält Gott uns wach. Teiletappen sind nur so zu bewältigen - bis unser Kämpfen in Gott seine Ruhe findet.
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Splitterchen aus dem Blog (18.7.2010)
Ich bin der Mittelpunkt der Welt - und doch nur eine kleine Notiz am Rand.
Ich glaube an die Realität.
Ich bin mir kein Vorbild, sagte er und raffte sich auf, um anderen ein Vorbild zu sein.
Holzköpfe gibt es überall - nur nicht unter Atheisten. Sonst könnten sie ihr Haupt nicht so hoch halten.
Die Feigheit schlägt wieder mit voller Härte zu.
Für mich allein zu kochen - das lohnt nicht. Wenn ich für mich allein koche, weiß ich wenigstens, dass mir einer dankbar ist: Ich.
Splitterchen (9.7.2010)
Auch der Dumme hat das Recht zu denken, er sei schlau.
Die Antwort auf die Frage: Was ist Dummheit - ist immer eine des Standpunkts.
Wer sagt, der andere sei dumm, sollte immer bedenken, dass er selbst auch von anderen beurteilt wird.
Je dümmer ein Mensch, desto mehr beklagt er lautstark die Dummheit der anderen.
"Ich bin gerne dumm", sagte der Heilige. "Warum?", fragte Einer. "Weil die Menschen dann denken, sie seien die Schlausten. Das ist lustig und zum Lachen."
"Er ist alt und weise, er ist studiert und schlau", sagte Einer. "Ja", sagte der Heilige, "von mir soll man aber sowas nicht sagen, sondern: Er weiß, dass Gott ihn liebt."
Ich weiß, dass ich nichts weiß, sagte Sokrates. Wow, sagte der Schlaue, das ist ein kluger Satz!
Splitterchen aus dem Blog (3.7.2010)
Gott soll wollen, was ich will. Sonst ist er nicht Gott! Gott bin ich.
Gott ist groß - ich bin größer.
Dem anderen vergeben heißt: Sich selbst befreien.
Die Sinne sagen jedem Menschen: Ich bin der Mittelpunkt der Welt (ich sehe,ich spüre, ich denke, ich höre, ich rieche...) . Manche glaubens ihnen.
Für viele ist der Friedhof ein zu trister Ort, so dass sie ihn meiden. Doch: Kreuze bedeuten Hoffnung. Kreuze bedeuten Vergebung. Kreuze bedeuten: Gottesliebe. Kreuze bedeuten: Gott wurde Mensch, litt mit uns, starb mit und für uns. Ein leeres Kreuz bedeutet: Auferstehung, der Tod hat nicht das letzte Wort, sondern Gottes schöpferische Macht, Leben neu zu schaffen. Ein Kreuz bedeutet: Schuld und Sünde haben letztlich keine Macht, sondern Freiheit durch Gott. Gehen Christen auf den Friedhof, ist er voll mit diesem Liebeszeichen Gottes, dem Kreuz-Lebensbaum. Für andere ist er ein Dorn im Auge, weil er auf etwas weist, das sie haben wollen - und gleichzeitig nicht ausstehen können? Oh Mensch, du bist mir ein Rätsel.
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Splitter (28.6.2010)
Es war einmal ein kleiner Fisch. Der lebte wie alle Fische im Wasser, er schwamm munter und sorglos herum, knabberte an Algen und fraß, was der Magen begehrte, atmete durch seine Kiemen - wie es die Art der Fische ist. Doch ihm war das alles nicht bewusst. Wie ein Blitz traf ihn ein Gedanke: Das Wasser ist übel - ab aufs Land! Er überredete so manches Fischchen, das Wasser als übel anzusehen, das Leben im Wasser als das Schlimmste, was einem Fischchen passieren kann. Sie protestierten gegen das Wasser, prügelten sich mit Wasser liebenden Fischchen, legten kleine Blubberbömbchen, um die Fische zu überzeugen: Euer Wasser ist das Übel! Die Gesellschaft der Fische veränderte sich. Immer mehr Fischmedien berichteten über das üble Leben im Wasser, immer mehr Fischlein wurden überzeugt, vor allem, als sie dann übereinkamen: Niemand darf mehr über das gute Leben im Wasser berichten! Dann wunderte man sich, dass die kleinen Fischchen immer aggressiver wurden, gegen das Wasser und gegen die anderen Fischchen. Sie prügelten herum, terrorisierten andere. Die alten und klugen Fische beklagten das, und stellten weise, untermauert mit Statistiken fest: Das Leben im Wasser ist wirklich ein übel. Sie kamen überein: Ab aufs Land!
Und die Moral von der Geschicht... - die gibt es heute nicht. Nur ein kleiner Beitrag zur religiösen und kulturellen Verwahrlosung.
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Splitterchen aus dem Blog (19.6.2010)
Wir sind sehr tolerant. Nur dann, wenn einer eine andere Meinung äußert, kriegt er was auf die Mütze.
Ich habe keinen Bock auf Gott. Gott aber liebt mich. Was nun? Weghören, weggucken, wegargumentiern.
Zivilcourage heißt nicht, sich gegen Menschen einzusetzen - sondern für.
Die Welt sagt: Der Böse muss vernichtet werden. Christen sagen: Der Böse muss bereuen.
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Splitterchen aus dem Blog (12.6.2010
Reicht man ihm den Finger, nimmt er die ganze Hand.
Hat er erst die Hand, grabscht er den ganzen Arm.
Hat er den Arm, liegt man in seinen Armen.
Liegt man in seinen Armen, bekommt man keine Luft mehr.
Wer gerne Sand in die Augen gestreut bekommen möchte, der muss sich nur unterwürfig hinlegen.
Neulich im Einkaufsladen - eine Familie. Sie Inländerin, ein Kleinkind. Sie nahm ein Gebetbuch vom Bücherstapel und meinte, das könnten wir mal kaufen und las beiden daraus vor. Als der Mann das realisierte, nahm er den Einkaufswagen mit dem Kind und rief: Nichts wie weg hier! Mit einem eigenartigen, lauten, aufgedrehten Gelächter warf die Frau das Buch wieder auf den Stapel. — Arme Frau. Sie hat Hunger, wagte es, ihn zu äußern … und bleibt hungriger als zuvor.
Wer dem Teufel dient, verbrennt sich nicht nur die Finger
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Splitterchen aus dem Blog (5.6.2010)
Ich mag Fisch - nur sollte er nicht nach Fisch riechen und schmecken.
Ich mag Fleisch - nur sollte es nicht von Tieren kommen.
Ich mag Holz - nur sollte es nicht von Bäumen stammen.
Ich mag Licht, ich mags warm - nur sollten sie nicht…
Ich mag Menschen - nur sollten sie nicht so sein wie sie sind.
Menschen, die große Vorbilder haben, wachsen über sich hinaus. Vice versa: Je kleiner das Vorbild, desto kleiner bleibe ich in mir.
Nicht mein Feind darf bestimmen, wie ich ihm zu begegnen habe. Ich bin so frei, im Sinne Gottes zu handeln.
Muscheln mögen keine Perlen. Perlen erinnern Muscheln an ihren kommenden eigenen Tod.
Steht uns das Wasser bis zum Hals, hält uns der Lobpreis Gottes im Geist über das Wasser.
Splitterchen aus dem Blog (29.5.2010)
Manche Menschen machen andere für ihr Leben, das nicht ihren Träumen entspricht, verantwortlich - und verpassen damit die Chancen, die dem Leben Wendungen geben.
Wir müssen lernen, ohne Wahrheit zu leben, schrieb Nietzsche. Das ist doch eine Wahrheit, die vielen heute wie Schokolade im Mund zerfließt. Dumm ist nur, dass sie diese nichtvorhandene Wahrheit benutzen, um sie anderen, die diesen Satz nicht besonders bewundern, um die Ohren zu schlagen.
Der Feind meines Feindes ist mein Freund - der mich für seine Sache versklavt.
Wer die Kirchengeschichte kennt, wundert sich über nichts mehr, das in der gegenwärtigen Geschichte passiert. Man wundert sich höchstens über Gott, dass er so frei ist, das alles zuzulassen.
Der Mensch schätzt Gottes Freiheit nicht.
Den Nicht-Glaubenden kann es ja eigentlich egal sein, ob Christen glauben, sie werden nach ihrem Tod nicht bei Gott sein, also in der Hölle leben - solange Christen nichts dazu beitragen, sie in die Hölle zu befördern.
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Splitterchen aus dem Blog (22.5.2010)
Keiner will Fußmatte sein. Jeder will hoch hinaus - und Staubtuch werden.
Geschichte wiederholt sich nicht - aber Menschen werden nicht klüger.
Arroganz ist das Aufblähen nach nicht vollbrachter Leistung.
Wenn ich moralisch selbst keinen Halt habe und alles nickend oder stirnrunzelnd zulasse, was da an menschlichem Verhalten kreucht und fleucht, bin ich dann tolerant - oder einfach nur bequem und naiv?
Was soll ich mich als Christ rechtfertigen - ich bin doch gerechtfertigt durch Christus.
Splitter 112 (15.5.2010)
"Das Christentum ist Lust feindlich", sagte Einer. "Wirklich?" meinte der Heilige - und er sang: "Ich singe dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust; ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewusst. ... Wohlauf mein Herze, sing und spring und habe guten Mut! Dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut." (Evangelisches Gesangbuch 324)
Splitter 111 (8.5.2010)
"Wenn die Seele singt, das Herz lobt, das Denken dankt, dann wird man leichter, erhebt sich, wird fröhlich", sagte die Weise. Da sagte Einer: "Wenn ich schwer bin, kann ich nicht singen, wenn ich traurig bin, kann ich nicht danken, wenn ich ärgerlich bin, kann ich nicht loben - das wärte auch Heuchelei." "Das geht," sagte die Weise, "wie ein Vogel ganz zaghaft und leise im kalten, noch dunklen Frühjahr zu singen beginnt, unsicher, zerhackt, unklar - so auch wir: Wenn die Seele in der Schwere zu singen beginnt, dann klingt sie erst traurig - wird aber immer fröhlicher, wenn das Herz in der Traurigkeit zu loben anhebt, dann wird es langsam aber sicher leichter, wenn das Denken dankt, dann erhebt man sich - besser: Die Seele wird zu Gott erhoben und stimmt in seiner Gegenwart mit den Engeln Lieder an."
Splitter 110 (2.5.2010)
"Die Kirche bietet einen desolaten Zustand," sagte Einer, "einer sagt Hü, der andere Hott, viele sagen Hottehü oder hüttehot. Nichts als Durcheinander." "Ja", sagte der Heilige, "das bekümmert mich auch, macht mich traurig. Wenn Menschen die Gemeinsamkeit, die Einheit die sie in Jesus Christus haben, weniger wichtig nehmen als ihre tagespolitischen Ansichten oder als ihre Weltbilder, dann passiert so etwas." "Wie meinst Du das?", fragte Einer. "Ich denke dies - du denkst das, ich mach das auf diese Weise - du auf eine andere Weise... - all das hat hinter dem Einen zurückzustehen: Wir gehören in Jesus Christus zusammen. Wir diskutieren, wir diskutieren heiß, aber wir achten und respektieren einander, wir lieben einander. Nichts kann so wichtig sein, dass es unsere Einheit, die wir in Jesus Christus haben, zerstört. Und so ist es bei Christen auch - doch manche haben Jesus noch nicht so ganz kennengelernt und halten ihre kleine Meinung für das Zentrum der Welt - dabei ist das Zentrum Jesus Christus."
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Splitter 109 (24.4.2010)
„Ich möchte meinen Jedentag im Garten genießen, ungestört von Menschen und Plänen“, sagte der alte Herr. „Oh, Gott!“, sagte der Heilige, „ich will das auch!“ Da sagte Gott zu ihm: „Was hast Du denn? Die Welt und die Menschen sind dein Garten.“ Da schwieg der Heilige hin und hergerissen zwischen seinem Traum und Gottes Traum.
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Splitter 108 (18.4.2010)
"Ich sehe was, was du nicht siehst!", sagte die Heilige. "Was?", fragte Einer. "Dass du gerade an dem Hilfsbedürftigen vorüber gegangen bist."
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Splitter 107 (10.4.2010)
„Du bist mir ein komischer Heiliger“, sagte Einer. „Ja“, sagte der Heilige, „aber eine Bitte: Wenn Christen Wände mauern und in ihren Mauern keine Türen lassen, brecht sie ein, damit ihr Gott sehen und zu ihm gelangen könnt.“
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Splitter 106 (2.4.2010)
Gott ist frei. Er ist nicht in der Hand von Institutionen und Vereinen und Grüppchen - und geben sie sich noch so eindrucksvoll oder bescheiden. Sie sind in seiner Hand - und können sich in seine Hand begeben. Diejenigen, die meinen, sie hätten Gott in ihrer Hand, verwechseln ihren Glauben mit Ideologie. Gott in der Hand haben heißt: Die Hand ist geschlossen - sie ist eine Faust. Genauso geht es Menschen, die meinen, ihren Nicht-Gott-Glauben in der Hand zu halten. Auch sie sind durch Fäuste gekennzeichnet.
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Splitter 105 (2.4.2010)
"Es gibt keine Anzeichen dafür, dass es so etwas wie ein Gott gibt", sagte Einer. "Nein?", fragte der Weise, "du bist doch ein Anzeichen dafür!"
Ein anderer Einer sagte: "2500 Jahre hatten Glaubende Zeit, Gott zu beweisen, sie konnten es nicht, weil es Gott nicht gibt." "Nein?", fragte der Weise, "was ist, wenn Menschen, die sich für klug halten, so einen `Beweis´ nur nicht anerkennen wollen? Zuerst einmal muss man definieren: Was versteht man eigentlich unter Gott? Juden und Christen sehen, dass Gott Schöpfer ist - nicht Geschöpf. Und als Schöpfer nicht so beweisbar ist, wie Geschaffenes beweisbar ist. Darum sprechen wir von Offenbarung: Gott muss sich selbst zeigen." Da antwortete Einer: "Sehr schwammig, eine Ausflucht!" "Wirklich?", fragte der Weise? "Du definierst Gott und wunderst dich, dass er nicht zu sehen ist. Ich definiere Gott und freue mich, dass ich ihn sehen darf. Warum sollte deine Definition richtiger sein als meine?"
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Splitter 104 (27.3.2010)
Einer stand an der Kasse und schimpfte, als er wegen eines anderen langsamer vorankam. Da sagte Eine: "Nicht ärgern, vielleicht ist das Warten Leben verlängernd." Das wollte Einer jetzt wirklich nicht hören. Da fragte eine andere: "Wie meinen sie das?" Eine sagte: "Es ist doch so, manchmal ist man zur falschen Zeit am falschen Ort - und dann passiert etwas. Wenn man gewartet hätte, wäre man zur richtigen Zeit an den Ort gekommen und es wäre nichts geschehen."
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Splitter 103 (21.3.2010)
"Mir fällt nichts mehr ein", sagte der Heilige. "Endlich!" reagierte Einer. "Warum sagst du das?" "Weil ich keine Lust habe, ständig so ein Zeugs zu hören!". "Ich kenne das," sagte der Heilige, "auch ich mag keine Denk-Herausforderungen. Träge im Hirn vor sich hindümpeln, keiner der widerspricht oder einer, der nur das sagt, was ich sowieso schon denke - ach, tut das gut!" "Und vor allem sprichst du dann nicht mehr von Gott - der stört mich ständig." Als Einer das sagte, grinste der Heilige und Einer schaute erschrocken.
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Splitter 102 (14.3.2010)
"Ethik und Moral gibt es auch ohne Religion," sagte Einer. "Ja," sagte der Weise", Gott sei Dank." Ethik und Moral gibt es trotz Religion", fuhr Einer fort. "Ja", sagte der Weise, "Gott sei Dank." "Warum sagst du immer: Gott sei Dank?" "Weil Gott sein Geschöpf nicht allein lässt, ob er an anderes glaubt oder glaubt, an nichts glauben zu müssen." "Das glaubst du", sagte Einer, "ich nicht." "Ich weiß", sagte der Weise, "seit wann glauben Menschen nicht?" "Im Wesentlichen glauben manche Menschen seit der Aufklärung nicht. Warum fragst du?" "Die Menschen, die nicht glauben, leben noch immer eingebettet in Ethik und Moral der Glaubenden und der Tradition", sagte der Weise. "Leider", antwortete Einer. "Ethik und Moral ohne Glaube ist somit ein noch recht junges Experiment, ob es gelingen wird?" fragte der Weise, "bis jetzt hat auch dieses junge Experiment schon so manche Blutspur hinterlassen."
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Splitter 101 (7.3.2010)
Eine ging gerne shopen. Da traf sie der Heilige an, mit vielen wertvollen Tüten. Da fragte er sie: "Willst du damit deinen Lebenshunger stillen?" Einer saß stundenlang am PC und spielte Computerspiele. Der Heilige besuchte ihn und fragte: "Damit willst du deinen Lebenshunger stillen?" Das Paar saß viele, viele Stunden vor dem Fernseher. Der Heilige bemerkte es und fragte: "Damit wollt ihr euren Lebenshunger stillen?" "Nein," sagten alle, "das bringt willkommene Abwechslung!" "Nur Abwechslung?" fragte der Heilige? "Das bringt Zufriedenheit für kurze Zeit, kurze Erfolgserlebnisse. Das bringt dann Hunger nach immer mehr, immer Neues, es nicht mehr bekommen, macht unzufrieden, mürrisch. Versucht mal zufrieden zu sein mit etwas ganz anderem: Überall gibt es Menschen, die euch und eure Gaben benötigen. Gebt euch nur einen Ruck!"
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Splitter 100 (27.2.2010)
"Ich bin einsam," sagte Einer zum Heiligen. "Mit oder ohne Gott?", fragte der Heilige. "Mit Gott," antwortete Einer. "Oh," sagte der Heilige, "siehst du den Menschen da? Der ist auch einsam." "Und? Ich verstehe nicht," sagte Einer. "Gott weist uns zum Nächsten - beschäftige dich mit ihm."
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Splitter 99 (21.2.2010)
"Oh, mir fällt nichts mehr ein!", sagte Einer. "Freu dich," antwortete der Weise, "wenn dir nichts mehr einfällt, merkst du, dass dein Speicherplatz überfüllt ist - es passt kein Ein-Fall mehr hinein. Es wird Zeit, ihn von allem Unwichtigen zu befreien." "Und was ist unwichtig?", fragte Einer. "Falsch gefragt, mein Lieber, frag: Was ist wirklich wichtig."
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Splitter 98 (14.2.2010)
"Gebete helfen nicht!", sagte Einer. "Du hast Recht", sagte der Heilige. "Wie kannst du das sagen, du bist doch der Heilige", antwortete Einer. "Du magst mich jetzt für spitzfindig halten, aber nicht Gebete helfen, sondern Gott, der Gebete hört!" "Das ist wirklich spitzfindig", sagte Einer. "Nein, ist es nicht, denn manche Menschen denken, Gebete seien magische Worte, die das bewirken sollen, was die Beter sagen. Gebete sind aber Ausdruck der Liebe zwischen Mensch und Gott", sagte der Heilige, "sie lassen Gott Freiraum und wollen ihn nicht zwingen, den eigenen Willen zu tun."
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Splitter 97 (7.2.2010)
"Großartige Menschen der Vergangenheit sind auch nicht mehr das, was sie mal waren", sagte der Weise. "Wie meinst du das?", fragte Einer. "Je größer sich ein kleiner Mensch aufplustert, desto kleiner werden die wirklich großen Menschen."
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Splitter 96 (1.2.2010)
"Ich suche etwas - und das Schlimme ist, ich weiß nicht was oder wer es ist!", sagte Einer, "und darum weiß ich auch nicht, wo ich es suchen muss." "Ich weiß es," sagte die Weise. "Wo?" fragte Einer. "Er ist in Dir - und im Anderen", sagte die Weise. "Verstehe ich nicht", sagte Einer. "Macht nichts", sagte die Weise, "er versteht dich." Einer ging kopfschüttelnd davon. Er freute sich ein wenig: Er liebte Rätsel.
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Splitter 95 (24.1.2010)
Wie der Schnee im Sonnenlicht schmilzt, schmolz der Kinderglaube“, sagte der Heilige. Das musst gerade du sagen“, sagte Einer, „du bist doch noch voller Kinderglaube: Gott als Vater, du betest, als würde er hören, du lebst, als würde er sehen, du meinst, du würdest ihn vernehmen und spüren…“. Da antwortete der Heilige: „Als Kind dachte ich, Gott will das, was ich will. Dann kam Gott, und ich erkannte: Gott ist eigener Wille, eigener liebender Wille, der in seiner Liebe auch richtet, der in seiner Liebe mit mir, mit anderen, mit der Weltgeschichte Wege geht, die ich ganz und gar nicht verstehe.“
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Splitter 94 (17.1.2010)
"Wo kein Argument mehr ist, beginnt die Ideologie", sagte Einer. "Ja", sagte der Heilige. "Und der Glaube?", fragte Einer. "Ja", sagte der Heilige, "der Glaube und die Liebe und die Hoffnung. Argumente fehlen nicht. Sie versagen."
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Splitter 93 (8.1.2010)
Als er ins leckere Brötchen biss, fielen ihm Hungernde ein; als er in seiner warmen Stube saß, fielen ihm Frierende ein; als er über den niedrigen Zaun sprang, fielen ihm Kranke ein; als er am PC spielte, fielen ihm Blinde ein; als er sah, wie Menschenrechte mit Füßen getreten wurden
- da dachte er sich: Mir gehts doch gut!
Als er ins leckere Brötchen biss, fielen ihm Hungernde ein; als er in seiner warmen Stube saß, fielen ihm Frierende ein; als er über den niedrigen Zaun sprang, fielen ihm Kranke ein; als er am PC spielte, fielen ihm Blinde ein; als er sah, wie Menschenrechte mit Füßen getreten wurden
- da dachte er sich: Wo werde ich gebraucht, wo kann ich helfen?
Beides denken: Dankbarkeit kann Kräfte freisetzen...
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Splitter 92 (2.1.2010)
"Das neue Jahr begann - wie das alte endete", sagte Einer traurig. "Ja", sagte die Heilige, "aber auch der neue Monat begann - wie der alte endete, der neue Tag begann - wie der alte endete, die neue Stunde begann - wie die alte endete!" "Und? Warum sagst du mir das?", fragte Einer. "Du kannst immer neu werden - nicht erst am Ende eines alten Jahres", antwortete die Heilige. "Warum sollte ich neu werden? Ich sprach vom Jahr!", antwortete Einer erschrocken. "Wird das neue Jahr neu, wenn du der alte bleibst?", antwortete die Heilige trocken.
Splitter 91 (26.12.2009)
„Ich habe Weihnachten kein Geschenk bekommen“, sagte Einer ganz traurig. „Ich aber“, sagte der Heilige froh. „Was denn?“, fragte Einer. „Gott gab mir eine gute neue Idee.“ „Mehr nicht?“, fragte Einer. „Was heißt hier: Mehr nicht? Damit hat er mich sehr froh und dankbar gemacht.“ „Und was war das für eine Idee?“, fragte Einer? „Gott liebt mich!“, sagte der Heilige. „Aber das ist doch keine neue Idee, das ist doch schon uralt!“ „Ja“, sagte der Heilige, „aber auf einmal habe ich gemerkt: Das gilt mir! Das gilt auch mir! Und ist das nicht wunderbar?“
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Splitter 90 (19.12.2009)
Die Kinder schreien seit Generationen: "Advent, Advent, ein Lichtlein brennt, erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht das Christkind vor der Tür. Und wenn das fünfte Lichtlein brennt, dann hast du Weihnachten verpennt." Als sie erwachsen waren, fragte sie der Heilige: "Und - habt ihr Weihnachten verpennt? Ihr macht dies und das - aber habt ihr das Weihnachtslicht jermals im Herzen leuchten lassen oder hattet ihr den Eindruck, ihr habt immer das Wichtigste verpennt?"
Splitter 89 (5.12.2009)
Als Einer in die Kathedrale kam, sagte er: auch nur Steine, Holzfiguren und Glas. Als Einer in die Berge kam, sagte er: auch nur Grünzeug, Viehzeug und Geröll. Als Einer einen Menschen sah, sagte er: auch nur ein Tier. Als Einer die Bilder großer Maler sah, sagte er: auch nur Farbkleckse und -geschmiere. Als einer die einmaligen Texte menschlicher Kultur las, sagte er: auch nur Buchstabengewimmel. Als der Heilige das alles sah, lobte und dankte er Gott, dass er alles so wunderschön gemacht hat - auch den Menschen mit seiner Klugheit, Schönheit, Liebe.
Splitter 88 (28.11.2009)
Einmal kam der Tod zum Heiligen und sagte: "Ich bin echt sauer!" - "Warum?" fragte der Heilige. - "Weil du keine Angst vor mir hast. Du siehst hinter meiner Dunkelheit immer schon das Licht."
Splitter 87 (21.11.2009)
"Es ist finster in der Welt", sagte Einer. "Ja", sagte der Heilige, "was macht ein Mensch, der im Finstern gehen muss?" "Er nimmt eine Taschenlampe", antwortete Einer. "Ja", sagte der Heilige, "ich habe mein Licht immer dabei."
(Zusatz: Bald ist Advent. Dann heißt es wieder: Mache dich auf, werde licht, denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehe auf über dir.)
Splitter 86 (8.11.2009)
Die Heilige sagte: Die Rose blüht in vollster Pracht!
Da sagte Einer: Bald ist sie verblüht.
Da sagte die Heilige: Aber bis sie verblüht ist, durchlebt sie viele Schönheiten.
Da sagte Einer: Und? Morgen ist sie nicht mehr zu sehen.
Da sagte die Heilige: Ich seh sie noch.
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Splitter 85 (30.10.2009)
"Ich bin auch Christ," sagte Einer, "Ich glaube an eine unpersönliche Macht, die in allem wirkt." "Gut," sagte der Heilige, "an eine Macht, die in allem wirkt, glauben auch Sterngläubige, Edelsteinfreunde, die alten Germanen und Indianer, die Inder und viele andere. Viele glauben auch an einen Gott - aber besonders christlich ist das nicht." "Warum nicht?" "Christen sehen Gott durch die Augen Jesu Christi. Jesus wird Christus genannt, das heißt Messias, von Gott Gesalbter. Seine Würdebezeichnung hat auf uns abgefärbt und wir dürfen nun auch Gott mit seinen Augen sehen." "Und was ist das Besondere daran?" fragte Einer. "Jeder kann in seine Gottesfrömmigkeit alles mögliche reinpacken. Christen nicht. Sie sind abhängig von dem, wie Jesus Gott gesehen hat." "Meine Güte, dann sind Christen ja furchtbar engstirnig!" "Meinst Du?" fragte der Heilige, "wenn es um Gott geht, dann geht es doch nicht darum, was jeder sich so denkt, sondern darum, zu sagen, wer Gott wirklich ist!" "Jetzt weiß ich, warum man euch Christen missionarische Arroganz vorwirft", sagte Einer, "ihr glaubt wirklich zu wissen, wer Gott ist?" "Du nicht?" fragte der Heilige, "sprachst du nicht davon, dass Gott eine unpersönliche Macht ist, die in allem wirkt?"
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Splitter 84 (17.10.2009)
Einer kam zum Heiligen und sagte: „Ich fühle mich manchmal wie ein verstopftes Rohr.“ Da sagte der Heilige: „Ja, sehr schnell sind wir verstopft und Gottes Liebe kann nicht mehr durch uns fließen.“ „Was verstopft uns denn?“, fragte Einer. Der Heilige antwortete: „Es gibt drei große Dreckkübel: Der erste Dreckkübel ist: keine Zeit haben für Gott. Der zweite Dreckkübel ist voll Zorn gegenüber uns selbst und andere, Missmut, übles Geschwätz, andere erniedrigen, sich erheben, nicht vergeben wollen. Der dritte Dreckkübel ist gefüllt mit Angst vor der Zukunft – dabei möchte Gott uns ja auch in unserer Zukunft tragen, bis in alle Ewigkeit!“ „Und was kann ich gegen das verstopfte Rohr tun?“ fragte Einer. Da sagte der Heilige: „Ich wandle mal ein Wort Jesu ein klein wenig ab: Gott lieben und den Nächsten – und dich selbst. Denn wer diesen ganzen gottlosen Schmodder in sich trägt und weiterhin tragen möchte, der liebt sich nicht selbst, geschweige denn den anderen und Gott. Sich einfach hinsetzen, in Ruhe an Gott denken, ihn loben und danken – macht das Rohr schon ziemlich frei.“
Splitter 83 (10.10.2009)
Einer sagte zum Heiligen: "Ich werde alles tun, um den Menschen zu beweisen, dass es Gott nicht gibt, dass die Worte über Jesus erstunken und erlogen sind." "Tu das," sagte der Heilige: "Ich bin einen anderen Weg gegangen, um Gott zu finden und um die Wahrheit über Jesus zu erkennen: Beten, Lesen des Wortes Gottes, reden mit anderen, denen sich Jesus Christus gezeigt hat, in mich gehen, aus dem Geist Jesu heraus in Liebe leben. Versuch mal diesen Weg, der ist vielleicht einfacher."
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Splitter 82 (3.10.2009)
"Über den Tod kommt man drüber weg", sagte Einer. "Ja," sagte der Heilige, "solange es nicht der eigene ist." "Natürlich," sagte Einer, "aber warum sprichst du jetzt davon?" "Weil der Tod eines nahestehenden Menschen immer auch dazu führt, dass man sich über seine eigene Sterblichkeit Gedanken macht - und da bleibt der Tod ein schwarzes Loch." "Ach, lassen wir das Thema", sagte Einer. "Ja," sagte der Heilige, "aber nur noch eins: Ich komme auch über das schwarze Loch hinweg und es empfängt mich SEin strahlendes Gesicht."
Splitter 81 (27.9.2009)
"Es gibt keinen Gott", sagte der Opa der Kleinen.
Da hatte die Kleine Angst, dass Gott den Opa straft - dass er krank wird und stirbt.
"Gott kann solche Worte ertragen - und ist darüber traurig", sagte ihr der Heilige.
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Splitter 80 (20.9.2009)
"Ist Gott ein Mann oder eine Frau?" fragte Einer. "Gott ist Gott", sagte der Heilige. "Versteh ich nicht", meinte Einer. "Ich weiß", sagte der Heilige, "jeder versteht nur das, was er schon kennt." "Wie meinst du das?" fragte Einer. "Stell dir mal vor, du wärst im heißen Urwald des Kongo. Dann sagst du einem Einheimischen: Es gibt Länder, da kann man das Wasser zu weißen Bällen formen und andere damit bewerfen. Meinst du, er nimmt dir das ab? Er kennt gefrorenes Wasser, Schnee nicht. Was muss er tun, um es kennenzulernen?" "Sich auf die Reise machen." "Genau. Wenn du Gott kennenlernen willst, musst du dich auch auf eine Reise machen: eine Reise, die führt dich in die Evangelien, ins Gebet, zu anderen Christen." "Kein Geld", sagte Einer. Aber er ging nicht, er blieb - als habe er noch was auf dem Herzen.
Splitter 79 (12.9.2009)
"Wo wohnt Gott?" fragte Einer den Heiligen. "Schau dich an - in dir!" antwortete der Heilige. "Dann bin ich ja Gott!" "Ist dein Haus Mensch, weil du in ihm wohnst?" fragte der Heilige.
Splitter 78 (6.9.2009)
"Bevor die Welt entstanden ist, war nichts da", sagte Einer. "Gewiss", sagte der Andere, "doch was ist: Nichts?" "Es war nichts, dann knallte es und alles war irgendwie schon wie im Keim da und entwickelte sich. Es ist auch möglich, dass vorher alles war, dann in sich zusammenfiel und dann wieder explosionshaft aus sich herausdehnte", sagte Einer. "Wie Du es auch drehst und wendest, irgendwann muss es begonnen haben. Ich nenne das Nichts >Gott<, und Gott schuf, und es war Liebe in seiner Tat, und es lag Wunder in seiner Tat - schau dich nur mal selber an", sagte der Heilige. Da grinste Einer: "Wer´s glaubt, wird selig."
Splitter 77 (29.8.2009)
„Oh, oh,“ sagte Einer zum Heiligen, „wenn ich das schon höre: Mission!“ Der Heilige fragte: „Was ist denn daran so schlimm?“ „Da zwingen andere Menschen mir ihren Glauben auf, geben mir Zettelchen in die Hand, reden immer von ihrem Jesus, schrecklich!“ Da fragte der Heilige: „Du meinst Werbung? Wieder ein Flyer der Firma XY, wieder ein Wort vom Firmenchef, wieder ein Film über das Produkt?“ „Nein“ sagte Einer, „ich meine Mission für Jesus.“ Der Heilige: „Mission ist doch nichts anderes als Werbung. Atheisten missionieren, Muslime missionieren, Waschmittelhersteller missionieren – warum sollten Christen keine Werbung machen? Mein ganzes Leben ist Mission – soll ich mich als Christ ausradieren?“ „Ja,“ sagte da Einer, „lieber Waschmittel als Jesus!“ Da schaute der Heilige Einer ganz tief an, in dessen Innersten an und sah nur eine ganz kleine Seele, ein winzig kleines Seelenkörnchen, das einsam darauf wartete, wachsen zu dürfen, grünen und blühen.
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Splitter 76 (22.8.2009)
Einer sagte: Dann wiederhole ich die Klasse eben wieder. Eine sagte: Ich habe das Kleid gekauft – das passt mir nicht, dann bringe ich es halt wieder zurück. Einer fand eine Freundin – dann wechselte er, weil er eine bessere fand. Eine verpasste den Zug und sagte: Dann nehme ich den nächsten. Zwei Erleben kann man nicht wiederholen: Das Kind – und das eigene Leben.
Splitter 75 (15.8.2009)
Einer war sehr fleißig: Er kümmerte sich um Menschen, half ihnen, wo er nur konnte. Aber eines Tages konnte er nicht mehr, er fühlte sich leer. Er machte den Fernseher an, las Zeitschriften, spielte Computerspiele, kaufte sich, was er immer schon mal haben wollte, und tat sich Gutes mit dem Essen. Immer häufiger geschah das. Es half! Viel Buntes, Süßes, Spannendes lenkten ihn ab. Das beobachtete der Heilige. Eines Tages setzte er sich neben Einer und sagte: Wenn du nicht empfängst, dann kannst du irgendwann nichts mehr geben – aber glaubst du wirklich, dass auf diese Weise dein Akku wieder aufgeladen wird? Wir können uns nur von Gott wirklich aufladen lassen. Alles andere gibt nur Überdruss und du wirst immer schneller leer.
Splitter 74 (9.8.2009)
Einer sagte zu dem Weisen: „Auch Christen leiden, also gibt es keinen Gott!“ Da antwortete der Weise: „Eine sehr kranke Frau konnte von Ärzten und Heilpraktikern nicht mehr geheilt werden. Da riet ihr einer der Heilpraktiker, sie solle eine Wallfahrtskirche besuchen, vielleicht kann ihr diese Reise noch helfen. Die Frau wurde am Körper nicht gesund – aber ihre Seele wurde gesund. Dort begegnete sie wunderbaren Menschen, Menschen, die in Liebe ihren Glauben lebten, Menschen, die ihr Trost und Hoffnung geben konnten. Die kranke Frau wurde gesund an der Seele, weil sie wusste: Wenn ich sterbe, dann falle ich in die Arme von Jesus Christus. Sie starb in diesem Wissen um Geborgenheit.“
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Splitter 73 (1.8.2009)
Einer redete und redete wunderschön. Es ging allen zu Herzen, manche klatschten,
manche vergossen ein paar Tränchen - es war traumhaft. Sie waren hingerissen und
träumten. Nur einer saß in der Menge und glaubte einen Alb zu träumen, als er sah,
wie sich die Menschen um ihn herum von all der Lüge umlullen ließen.
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Splitter 72 (25.7.2009) - Harte Fabelei
Die ganze Wiese war ein Blütenmeer. Überall flogen die Bienen und Käfer und Fliegen hin und her, krabbelten auf Blüten herum und taten, was sie tun mussten. Nur zu einem Blümchen kam keine Biene, kein Käfer, keine Fliege. Was habe ich falsch
gemacht? Bin ich nicht attraktiv genug? Und das Blümchen wurde traurig. Wozu hat mein Leben einen Sinn? Da kam eine dicke Schnecke den Stängel heraufgeschleimt und fraß das Blümchen. "Wozu dein Leben einen Sinn hatte? Jetzt weißt du es: Mir den Hunger zu stillen." "Brrr, bist du grausam", brummte eine dicke Hummel. "Ich weiß", sagte der Schneck und schleimte sich von dannen. Und die Moral von der Geschicht: So lange du lebst, freu dich und beklag dich nicht.
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Splitter 71 (18.7.2009)
Eine Garnele traf eine andere und sagte: "Es gibt keine Fische, die uns fressen."
"Wie kommst du denn darauf?", fragte die andere Garnele. Die schlaukluge Antwort:
"Wenn es Fische gäbe, die Garnelen fressen, würden wir doch gar nicht mehr leben."
"Du Dummkopf," sagte die andere Garnele, "Du siehst auch nur das, was dich selbst
betrifft! Schau doch mal um dich, dann siehst du, wie grausam Fische zu Garnelen
sind." "Andere interessieren mich nicht", sagte unsere Träumerin.
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Splitter 70 (10.7.2009)
Einer sagte zum Heiligen: „Ich will Jesus nachfolgen aber eins kann er nicht von mir verlangen: Dass ich diesen Blödmann von meinem Nachbarn freundlich bin.“ Da sagte der Heilige: „Weißt du nicht, dass Menschen, über die du dich ärgerst, Medizinflaschen Gottes sind? Sie sind bitter aber machen gesund. Durch Blöd-männer und Blödfrauen lehrt Gott dich geduldig zu werden, an ihnen zeigt er dir, dass du dich nicht zu wichtig nehmen sollst, sie unterstützen dich darin, zu erken-nen, dass du selbst auch dem ein oder anderen als Blödmann oder Blödfrau er-scheinst. Gott lehrt dich durch sie auch noch mehr: Du sollst ihm allein vertrauen – und ihm den Blödmann und die Blödfrau in Gottes Hand legen. Warum? Dann wird Gott an ihnen arbeiten und beide werden Lichtmenschen. Willst du, dass die Medizin Gottes an dir wirke? Dann nimm sie geduldig.“
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Splitter 69 (4.7.2009)
„Gott kann man nicht beweisen“, sagte Einer „also ist der Glaube Zeitverschwendung.“ „Nun ja“, antwortete der Heilige, „weißt du eigentlich, dass man vieles nicht beweisen kann, sondern glauben muss? Man kann zum Beispiel nicht im naturwissenschaftlichen Sinn beweisen, dass Alexander der Große gelebt hat. Dafür gibt es nur historische Belege. Auch die Naturwissenschaft selbst kann viele Dinge nicht beweisen: zum Beispiel den Urknall - dennoch nimmst Du Wissenschaftlern diese phantasievolle Theorie ab, dass es so etwas gegeben haben muss. Oder zwischenmenschliche Hinweise: Da sagt Dir ein Mensch, dass er Dich liebt - kann er das beweisen?“ „Ja, sicher,“ sagte Einer, „durch Taten der Liebe!“ „Sind diese Dir ein Beweis?“ fragte der Heilige. „Ja“, sagte Einer. „Und dann sind Liebesbezeugungen Gottes Dir kein Beweis? Oder die vielen Liebestaten, die Christen im Namen Jesu tun - sind die Dir kein Beweis?“ „Nein“, sagte da Einer. „Tja,“ sagte der Heilige, „merkst Du nicht, dass Du Dir aussuchst, was Du als Beweis akzeptierst und was nicht?“ „Dir geht’s ja genauso“, antwortete Einer. „Sicher,“ so der Heilige, „aber ich sage ja auch nicht, dass Glaube Zeitverschwendung sei, weil Gott nicht bewiesen werden könne.“
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Splitter 68 (27.6.2009)
Einer kam zum Heiligen und sagte: Ich erschrecke darüber, wie sehr ich mich an Gott gewöhnt habe. Er ist mir nichts Besonderes mehr, manchmal denke ich an ihn, manchmal nicht, manchmal ist es mir auch egal, ob er da ist oder nicht, manchmal nicht. Da sagte der Heilige: Erschrick nicht darüber. Wir Menschen brauchen den Alltag – und wenn wir in unserer tiefsten Tiefe der Seele wissen, Gott ist da, dann ist das doch gut. Es ist wie mit einem Ehepaar, wie mit Freunden: Nur Alltag lässt beide jedoch erlahmen. Man muss gemeinsame Höhepunkte setzen. Setz dir auch jeden Tag mindestens einen Gottes-Höhepunkt: Danke ihm – ganz bewusst; sing ein Lied – ganz bewusst; freue dich an dem, was er dir alles gibt – ganz bewusst; zünd dir eine Gottes-Kerze an – ganz bewusst; schaue auf zum Himmel – ganz bewusst; öffne Gott deine Hände – ganz bewusst. Dann wird auch der Alltag mit Gott bewusst und wunderbar.
Splitter 67 (20.6.2009)
Mein Vorbild ist der Löwenzahn. Er wächst auf fetten wie auf
sehr kargen Böden. Er blüht, wenn es für viele andere Blumen noch zu kalt ist und
gibt den hungrigen Insekten Nahrung. Auch den Vorfahren waren seine grünen Blätter
ein wertvolles frühes Festessen. Er ist wunderschön gelb - eine herzerfrischende
Blume. Er erfreut die Kinder mit den zarten Pustebällchen - und streut die
Schirmchen weit in den Wind. Irgendeins geht sicher auf und nutzt Tier und
Mensch. Gewiss, nicht jeder ist hoch erfreut, ihn auf seiner Wiese, in seinem
Garten zu finden. Aber das kümmert ihn wirklich nicht - er hat seine Lebensaufgabe zu tun.
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Splitter 66 (13.6.2009)
Ich komme auch gut ohne Gott zurecht, sagte Einer zum Heiligen.
Gott kommt auch ohne Dich ganz gut zurecht, antwortete der Heilige, aber er will es
nicht, weil er Dich liebt.
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Splitter 65 (7.6.2009)
Einer redete und redete wunderschön. Es ging allen zu Herzen, manche klatschten, manche vergossen ein paar Tränchen - es war traumhaft. Sie waren hingerissen und träumten. Nur einer saß in der Menge und glaubte einen Alp zu träumen, als er sah, wie sich die Menschen um ihn herum von all der Lüge umlullen ließen.
Splitter 64 (7.6.2009)
Ein Heiliger starb. Er hinterließ ein Testament. Dem einen Kind vermachte er seine Bibel: „... damit du Gott kennenlernst!“ Dem anderen Kind vermachte er sein Gesangbuch: „... damit du getroster und fröhlicher das Leben ansiehst!“ Dem dritten Kind vermachte er nichts, sondern schrieb ihm nur: „... alles andere habe ich den Freunden vermacht!“ Da wurden sie wütend und wollten das Testament anfechten. Der Anwalt sagte: „Geht doch erst einmal zu den Freunden und fragt, um welchen Besitz es eigentlich geht!“ Zornig gingen die drei hin, redeten sich auf dem Weg in Rage, das Gesicht wurde finster und finsterer. Voller Freundlichkeit wurden sie empfangen, sie wurden bewirtet, gebeten, noch zu bleiben. Sie dachten insgeheim: Wenn man viel erbt, kann man auch so großzügig sein. Endlich fassten sie sich ein Herz und fragten: „Was habt ihr von unserem Vater vererbt bekommen?“ „Nichts“, sagten die Freunde. „Wir haben nur von deinem Vater gelernt, aus dem Glauben zu leben. Das ist sein Vermächtnis.“
Splitter 63 (31.5.2009)
Mit der Bibel ist es wie mit einem Gebirgsmassiv. Stehen wir vor seinen Flanken, sehen wir dichten grünen Wald. Nehmen wir uns die Mühe auf uns, höher zu steigen, dann kommen wir auf Wiesen, in den kleine dunkelblauen Seen liegen, die so tief sind, dass wir meinen, sie seien endlos. Steigen wir weiter, kommen wir an unendlich vielem Geröll vorbei, an Wasserfällen, an denen wir Lust haben, uns drunter zu stellen, doch haben wir auch ein wenig Furcht davor. Wir sehen in der Ferne majestätische Gipfel, mit Eis und Eisfahne, wir kommen vorbei an brodelnden Vulkanen, ängstlich ziehen wir schnell weiter ...
Die Bibel hat schon was Aufregendes, was Unverständliches, manchmal bleiben wir auch einfach stehen und staunen, manchmal ärgern wir uns auch an Blasen, die wir uns gelaufen haben. Die Bibel hat auch etwas Schmerzhaftes, Ermüdendes, etwas, das man nur mit viel Ausdauer erschließen kann. Von einem Gang, einer Wanderung kommen wir nie mehr als die Alten zurück, sondern als Ergriffene.
Splitter 62 (23.5.2009)
EINER sang ein Lied voll Inbrunst: „Herr, Deine Liebe ist wie Gras und Ufer, wie Wind und Weiden und wie ein Zuhaus.“ Da fragte ihn ein Heiliger: „Ist Gott nicht auch wie Sturm, der Gras, Ufer und Weiden zerzaust und Häuser zum Einstürzen bringt.“ Da erbleichte EINER und sagte: „So einen Gott will ich aber nicht.“ Da fragte der Heilige: „Werden wir gefragt, was für einen Gott wir wollen? Sollen wir uns einen Gott erträumen oder geht es darum, zu erkennen, wer Gott ist? Du willst ja auch, dass ich dich annehme wie du bist und nicht mit einem Traumgespinst von dir rede.“ Da fragte EINER: „Und woher weiß ich, wer Gott wirklich ist?“ Da sagte der Heilige: „Schau dir Jesus an: Er ist demütig und vollmächtig gleichzeitig. Durch Tod bringt er Leben. Seine Liebe verändert Menschen und lullt sie nicht ein. Geborgenheit schenkt er durch Herausforderung, seine Nähe durch Schmerz, Abschied und Entscheidungsnot.“ „Das ist aber alles schwer,“ sagte EINER. „Nein,“ antwortete der Heilige. „Schau dir Jesus nur genau an. Dann nimmt er dich in Gottes Liebe hinein.“
Splitter 61 (16.5.2009)
Ein Käfer war herein geflogen. Setzte sich auf den Rand eines Glases und rannte darauf immer eifrigst herum. Einer beobachtete den Käfer. Unbeirrt lief dieser. Und der Käfer rannte rum und rum und rum. Dann drehte er sich um und rannte wieder rum und rum. Mensch, du kannst doch fliegen! Raus aus dem Trott!
Splitter 60 (10.5.2009)
Einer sang aus voller Kehle: „Bei dir, Jesu, will ich bleiben, stets in deinem ´Dienste stehn; nichts soll mich von dir vertreiben, will auf deinen Wegen gehen“ (EG 406). „Nun“, sagte Jesus, „was singst du denn da! Schimpfst du nicht ständig mit mir rum, weil es nicht so läuft, wie du es dir vorgestellt hast? Haderst du nicht wegen jeder Kleinigkeit?“ „Nicht mit dir“, antwortete Einer, „sondern mit dem Schicksal.“ „Papperlapapp, ich bin dein Schicksal, du singst es ja selbst. Aber lassen wir das: Du singst es schön!“
Splitter 59 (26.4.2009)
„Kaum ein Tier ist so doof wie ein Schaf – übertroffen wird es nur von den Hühnern“, sagte Einer zum Heiligen, „und du willst ein Schaf sein?“ „Oh,“ sagte der Heilige, „Ich bin gerne ein Schaf dieses Hirten. Und ob du willst oder nicht: Wir haben keine andere Wahl. Auch du bist ein Schaf – nur: Welchem Hirten folgst du? Oder irrst du wie ein heimatloses Schäfchen herum?“
„Und wie kann einer so ein Schaf werden?“ fragte Einer spöttisch? „Das ist nicht schwer,“ sagte der Heilige, „er muss nur einsehen, dass er schon ein Schaf ist.“
Splitter 58 (19.4.2009)
EINER hörte die Geschichte von Jesus und der armen Witwe. Er hörte, dass Jesus die Witwe gelobt hatte, obwohl sie wenig Geld gegeben hatte. „Oh,“ sagte da EINER, „Wenn das so ist, dann gebe ich auch nur wenig.“ Da fragte der Heilige: „Glaubst du, dass du die Geschichte richtig verstanden hast?“ Da sagte EINER: „Sicher. Wer wenig gibt, wird von Jesus gelobt.“ Da sagte der Heilige zu sich: „Warum sollte es Jesus besser gehen als anderen Menschen: Auch bei ihm versteht jeder nur das, was er verstehen will.“ Einige Monate später sah der Heilige, dass EINER mehr spendete als sonst. Und er fragte ihn: „Wie kommt es, dass du mehr gibt’s, du wolltest doch weniger geben?“ Da sagte EINER: „Weißt du, als ich weniger gab, hörte ich Jesus sagen: Gib noch weniger. Und dann gab ich noch weniger. Ich hörte Jesus wieder sagen: Gib noch weniger – und dann gab ich bald gar nichts mehr. Und dann hörte ich Jesus sagen: Merkst du, wie reich du wirst und wie arm dein Herz ist? Ich schämte mich – du glaubst es kaum – vor der armen Frau, die Jesus gelobt hatte.“
Splitter 57 (8.4.2009)
Der kluge Mensch sagte zu Einer: „Mit der Lehre von der Auferstehung der Toten kann ich nichts anfangen! Mit Jesus als Auferstandenen auch nicht!“ „Ich weiß“, sagte Einer, „meinst du, dass Jesus Christus mit dir etwas anfangen will?“
Splitter 56
Das Lamm Gottes stand inmitten einer laut redenden Menge. Einzelne Stimmen hörte ich heraus: „Mit dieser Theologie kann ich nichts anfangen!“ „Sühnetod und Sühneopfer – der Mensch ist gut“ – oder hörte ich: „ – der Mensch muss für seine eigenen Taten sühnen“? „Das gibt´s doch nicht, dass einer für andere stirbt – außer in Heldensagen!“ Die meisten schrieen: „Veraltet! Damals, als man noch an Tieropfer glaubte, da brauchte man das!“ Und das Lamm Gottes kletterte in diese Menschen hinein und besuchte die archaischen Seelen der Schreienden. „Die gibt’s doch nicht!“, sagte der Verstand und schüttelte sich vor Grausen. Er nahm seine Lieblingsbeschäftigung wieder auf und kreiste um sich als guten Menschen. Aber – gibt’s den?
Splitter 55 (28.3.2009)
Einer kam zum Heiligen und sagte ihm: „Wenn ich was falsch gemacht habe, dann bade ich es selbst wieder aus – ich brauche nicht den Tod Jesu am Kreuz.“ „Schön,“ sagte der Heilige, „wenn du deine Fehler wieder gut machst. Hast du auch den Fehler wieder gut gemacht, den ich mal beobachtet habe, als du deiner Mutter über den Mund gefahren bist?“ Einer sagte: „Äh, da kann ich mich ja gar nicht dran erinnern.“ Der Heilige fuhr fort: „Hast du überhaupt eine Ahnung davon, wie sehr du ununterbrochen Gott verletzt, seine Liebe zurückweist? Sei froh, wir sind alle wie Elefanten im Porzellanladen, wenn es um das Verletzen anderer geht. Wir machen viel kaputt und merken es nicht einmal. Aber wie kannst du so großspurig sagen: Du machst alle Fehler selbst wieder gut und brauchst Jesus Christus nicht?“
Splitter 54 (22.3.2009)
EINER klagte einem Heiligen: „Du bist ein heiliger Mensch, aber ich bin ein schlechter Mensch. Ich bin überhaupt nicht heilig.“ Da sagte der Heilige: „Du Glücklicher! Du weißt, dass du ein Mensch bist, der sich ändern muss! Danke Gott dafür!“ „Warum das?“ fragte der klagende Mensch. Der Heilige antwortete: „Daran, dass du mit dir unzufrieden bist, kannst du erkennen, dass Gott an dir arbeitet. Heilige sind Menschen, an denen der Geist Gottes arbeiten kann, weil sie ihm gehören. Sein Friede sei mit dir.“
Splitter 53 (14.2.2009)
Oh Gott!“ sagte ein Mensch und „Oh Je(sus)!“ Ein anderer rief aus: „Gott sei Dank!“ Da sagte Einer: „Das ist wie beim Schellenkloppen: Man klingelt bei Gott und rennt weg.“
Splitter 52
Vier Menschen kamen zu einem Heiligen und klagten: „Wir wissen nicht, was wir an Jesus Christus haben! Kannst du uns helfen?“ Da fragte der Heilige: „Liebt ihr Jesus Christus?“ „Nun ja“, antworteten diese. Der Heilige fragte: „Bewundert ihr Jesus?“ Sie antworteten: „Das schon eher.“ „Und was bewundert ihr an Jesus?“ fragte der Heilige. Der eine sagte: „Er hat sich den Menschen zugewandt, besonders denen, die kein Ansehen hatten und ausgeschlossen waren.“ Der zweite sagte: „Er hat wunderschön von Gottes Nähe geredet.“ Der dritte sagte: „Er hat Gottes Willen getan.“ Der vierte sagte: „Er hat sich ganz für seine Lehre und die Menschen eingesetzt.“ Da sagte der Heilige: „Tut das auch in Liebe, dann merkt ihr, was ihr an Jesus Christus habt.“ Da fragten die vier Menschen: „Können wir nicht einfacher lernen, was wir an Jesus Christus haben als durch Tun?“ „Nein“, sagte der Heilige. „Nein!“
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Splitter 51 (1.3.2009)
Einer traf einen Weltläufigen. „Ihr Christen seid arrogant! Ihr haltet an Jesus als Ausnahmeerscheinung fest!“ sagte der Weltläufige. „Oh!“, sagte Einer, „oh! Wie nennst du das, uns Jesus Christus klein- oder ausreden zu wollen – ist das nicht auch arrogant?“
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Splitter 50
Ein Weiser kam zu einem Heiligen. „Du bist ein oberflächlicher Narr!“ „Du bist weise“, sagte der Heilige, „du hast es sofort erkannt!“ Der Weise: „Du gibst das also zu?“ „Warum denn nicht,“ antwortete der Heilige, „nur in seinen eigenen Augen ist jeder weise, dass du das nicht weißt?“ „Eins zu null für dich“, sagte der Weise. „Aber Menschen halten mich für weise, weil ich in die Tiefen der kosmischen Gottheit eintauche und alles weiß, was es mit den Menschen auf sich hat und sie lehre, sich selbst zu finden.“ „Eins zu null für dich!“ sagte der Heilige. „Eins zu eins!“, verbesserte der Weise. „Wenn du meinst“, sagte der Heilige, „du siehst die Tiefen und lehrst Menschen, sich zu finden, ich selbst bin nur eine Null, ein Narr vor den Menschen! Ich habe zwar eine Eins vor mir, Jesus Christus, aber da Menschen in ihrer Weisheit diese Eins nicht sehen, erkennen sie mich nur als Null, als Narr.“ „Da musst du aber nicht traurig sein“, sagte der Weise. „Weißt du nicht“, sagte der Heilige, „dass Narren glückliche Menschen sind?“
Splitter 49 (21.2.2009)
Als der Heilige einmal über einen Menschen schimpfte, sagte Einer: Du, du bist doch ein Heiliger, du darfst doch nicht schimpfen! Da sagte der Heilige: Ich bin ein Kind des Lichts – und Licht blendet manchmal sehr schmerzhaft.
Splitter 48
Einer war sehr fleißig: Er kümmerte sich um Menschen, half ihnen, wo er nur konnte. Aber eines Tages konnte er nicht mehr. Er setzte sich an den Straßenrand und starrte trübsinnig vor sich hin. Immer häufiger geschah das. Er saß nur da. Das beobachtete der Heilige. Eines Tages setzte er sich neben Einer und sagte: Wenn du nicht empfängst, dann kannst du irgendwann nichts mehr geben. Unser Glaube ist eine offene Hand, die sich von Gott füllen lässt. Wie gerne gibt Gott! Manchmal füllt er sie nicht – aber er reicht uns seine Hand.
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Splitter 47 (14.2.2009)
Als der Reiche die Gleichnisse Jesu vom Reichen Kornbauern (Lk 12,16-21) und vom Armen Lazarus (Lk 16,19-31) gelesen hatte, rief er empört aus: „Oh, Jesus! Ich bin enttäuscht! Du predigst die Neidkultur!“ Aber bis zum Abend hatte er sich wieder beruhigt: „Es gibt reichere Menschen als ich einer bin!“ „Ja,“ sagte Jesus, dann in des Reichen Gewissen, „du hast Recht. Es gibt reichere Menschen. Das sind die, die meinen Willen tun!“
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Splitter 46
Ein Freund sagte: „Nicht nur ihr Christen tut Gutes. Auch andere Menschen und Völker tun es!“ Einer erwiderte: „Das wäre ja auch schlimm, wenn Gottes Schöpfergeist nicht seine Schöpfung erhalten würde.“ „Und wieso denkt ihr, ihr seid besser?“ Einer antwortete: „Wir denken doch nicht, wir sind besser. Im Gegenteil: Wir kennen Gottes Willen und tun ihn nicht!“
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Splitter 45 (7.2.2009)
Eine Fabel.
Wissen Sie, warum Amseln nur im Frühjahr singen und im Sommer aufhören? Eine Amsel sang und sang – im Frühling. Dann wurde sie auf einmal ganz depressiv – im Sommer: Keiner hört mir zu, keiner achtet mich. Sie grübelte und grübelte. Sie hatte keine Kraft mehr zu singen. Und das zog sich über Monate hinweg. Im Winter lag Schnee. Da tat ein Kind Vogelfutter ins Häuschen und sagte ganz laut: Für dich Amsel, weil du im Frühjahr so schön singst. Das hörte die Amsel. Ich werde ja doch gehört! Zwitscherte sie erfreut. Und darum singt sie wieder und berührt die Herzen.
Die Moral von der Geschicht: Wir werden gehört – auch wenn man so tut, als seien wir stumm.
Splitter 44
Einer sagte träumerisch: „Ich möchte so gerne mit Jesus feiern. Stell dir mal vor, wie wunderschön es war, als er auf der Erde lebte und alle mit ihm gefeiert haben, mit ihm fröhlich waren. Sie waren ganz nah an ihm dran, konnten ihn hören und berühren!“ Da sagte der Mensch ungerührt: „Aber denk dran: Du müsstest auch mit denen feiern, die du nicht magst, deren Anwesenheit du ärgerlich finden würdest.“ „Ach,“ sagte Einer: „Gott wird den anderen schon so verändern, dass ich ihn mögen kann.“ Nach einer Weile sagte er: „Oh, oh, er wird auch mich verändern, dass ich den anderen lieben kann. Na ja, Hauptsache, wir feiern im Licht Jesu Christi – und das wäre wunderschön.“
Splitter 43 (31.1.2009)
Einer ging an Gärten vorbei. Ein stolzer Gärtner zeigte ihm sein Werk: „Das hab ich gemacht; nicht Gott!“ Einer nickte, bewunderte und ging weiter. Im nächsten Jahr kam er wieder vorbei. Der Gärtner stand klagend herum: „Das Wetter! Nichts wächst!“ Einer nickte und sagte: „Und Gott...?“ Der geknickte Gärtner antwortete: „Der sollte mal das Wetter ändern!“
Einer traf einen stolzen Firmenbesitzer. Der zeigte ihm sein Werk: „Alles aus eigener Kraft geschaffen!“ Einer nickte und bewunderte. Kurze Zeit später traf er einen geknickten Firmenbesitzer an: „Die Wirtschaftsverhältnisse! Die Globalisierung!“
Einer entdeckte das Nest einer Amsel und sagte: „Du hast es geschaffen. Du kannst stolz darauf sein!“ Da begann die Amsel zu singen.
Splitter 42
Einer ging mit einem Weisen am Strand entlang. „Ich will mein Ich aufgeben, meinen Willen, mein Wollen“, sagte der Weise zu Einer, „ich will eins werden mit der Natur, dem gesamten göttlichen Kosmos.“ „Schön“, antwortete Einer, „die Qualle hat es schon geschafft - die hier am Strand. Mir genügt es erst einmal, den Geist Gottes, der in mir ist, in mich zu wissen. Oh, ist das schwer!“
Splitter 41 (25.1.2009)
Eine Fabel
Ein junger Baum wuchs in der Nähe eines alten Baumes auf einer Klippe am Meer auf. Eines Tages klagte der junge Baum: Ich mag den starken Wind nicht. Er bringt mich fast um, knickt fast meinen kleinen Stamm! Immer dieser Wind! Da sagte der ältere Baum: Denk mal daran, dass der Wind dich stark macht. Und wenn dann wirklich die harten Stürme kommen, dann bist du durch die heftigen Winde ganz stark und kräftig geworden. Nach ein paar Jahren, der alte Baum war geknickt, gab es einen furchtbar starken Sturm. Der junge Baum sah, dass ein Schiff kenterte. Dann kamen Menschen mit Seilen, banden sie dem Baum um den Stamm – und so konnten sie Menschen retten. Als alles vorbei war – waren die Menschen wieder weg. Sie dankten es ihm nicht. Aber er dankte Gott, weil er wusste: Die Stürme waren nur dazu da, dass er stark werden konnte, und dass er dadurch anderen helfen konnte. Die Moral von der Geschicht: Bläst dir der Lebenssturm ins Gesicht, / dann denke fest daran: / Der Sturm dich – für andere stärken kann.
Splitter 40 (17.1.2009)
Einer ging morgens an einem Haus vorbei, in dem ältere Menschen wohnten. Der Fernseher lief. Mittags lief er – und abends lief er immer noch. Tag für Tag. Ob Sonntag oder Mittwoch. Wie schön, sagte er so vor sich hin, die haben wenigstens Abwechslung. Eines Nachts sah er im Traum ihre starren Blicke auf das flimmernde Gerät starren, er sah in ihren stummen Mündern nur kreischendes Fernsehgeflimmer, die Haut war bläulich angelaufen, aus Rücken und Füßen drangen vielfarbige Wurzelbänder. Klatschnass wachte er auf. Keiner braucht sie. Gott, du schon. Sie ließen sich jedoch einspinnen vom bläulichen Licht. Und wir hier in der Gemeinde würden gerne ihre Stimme hören, würden ihre Augen vor Freude glitzern sehen, ihre Kräfte wirken spüren.
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Splitter 39
Einer sah wie durch ein Vergrößerungsglas eine kleine Welt. Die Bewohner glauben den kosmischen Gott in sich, sie sind kosmisch göttlich. Da traf der eine Gott den anderen Gott. Auch trafen sie Göttinnen. Sie waren alle göttlich stark. Sie sahen die Welt wie sie sie schufen. Nach einem langen göttlichen Tag schloss jeder Gott und jede Göttin die Türe hinter sich zu. Und die Luft zischte raus. Und Einer sah weiter. Da lagen überall irgendwie Hüllen herum. Sie waren runzlig, bewegten sich nur schwach, es schien, als hätten sie Schmerzen. Und dann kamen starke Götter und Göttinnen vorbei, gefüllt mit kosmischen Kräften, sahen die Hüllen und schauten gefüllt mit jugendlicher Göttlichkeit vorbei. Und Einer hatte genug von Sich-Fühl-Göttern. Er blieb lieber Kind Gottes.
Splitter 38 (10.1.2009)
Einer kam zu der Heiligen: „Ich habe zu Gott gebetet, habe aber keinen inneren Frieden gefunden.“ „Schade“, sagte die Heilige. „Und warum nicht?“ „Wahrscheinlich wollte Gott mir keinen inneren Frieden schenken.“ „Warum sollte Gott dir keinen inneren Frieden schenken wollen?“ fragte die Heilige. „Äh“, stotterte Einer, „weil er bestimmt was dagegen hat.“ „Wogegen“, fragte die Heilige. „Dagegen dass ich so lebe wie ich lebe.“ Da fiel die Heilige ihm um den Hals: „Du Glücklicher! Hat Gott schon zu dir gesprochen und gesagt, was er an dir nicht akzeptiert? Oh, du Auserwählter! Dann mach es nicht! Dann mach es nicht!“
Splitter 37
Eine Frau kam zu ihrer Freundin und berichtete ihr, sie sei in einer Notlage. Wegen dieser Notlage wolle sie ihr Auto ausleihen. Sie erzählte und erzählte, sie bat und bat. Die Freundin hörte geduldig zu und wollte immer wieder sagen: Ich muss nur den Schlüssel holen. Aber die Frau redete und redete. Nach einer langen Zeit schloss sie ihre Rede mit den Worten: Ich wusste schon, dass das eine blöde Frage war, weil du es mir ja doch nicht geben kannst. Und dann ging sie davon.
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Splitter 36 (3.1.2009)
Einer traf einen Weltläufigen. Dieser überfiel ihn sofort und sagte: „Alle Religionen haben einen Gott! Und dieser Gott ist immer derselbe. Mal heißt er Allah, mal Jahwe, mal Krischna und Schiva, mal Zeus, mal ...“. Einer unterbrach ihn: „Wie schön du das sagst! Du hast nur ein Problem.“ „Was denn, wieso?“ fragte der Weltläufige. „Sagt denn dieser All-Gott auch das, was Gott, der Vater Jesu Christi sagt?“ „Ja sicher, er sagt nur noch viel mehr und manchmal Besseres!“, antwortete der Weltläufige. Einer staunte: „Woher weißt du denn das?“ „Schau dir mal alles an, was in den Religionen so gesagt wird. Und dann nimmst du das Göttliche heraus – und das ist dann das, was der All-Gott sagt!“ Einer konnte vor Staunen kaum mehr sprechen: „Und du kannst das beurteilen?“ „Ja“, sagte der Weitläufige, „ich habe ja das All-Göttliche in mir, kann somit beurteilen, was göttlich ist.“ Eingeschüchtert erwiderte Einer: „Ich habe mit der gesamten Gemeinde Jesu Christi nur den Geist Gottes, des Vaters Jesu Christi in mir. Ich weiß also, wer Gott ist, aber wer dein All-Gott ist ... – ich bin sprachlos! Wie du alle Religionen so durchschaust, und Götter und Gott!“
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Splitter 35
Erstes Kärtchen: „Gott.“ Einigen wir uns auf kosmische Macht? Einem Gott muss man gehorsam sein, eine kosmische Macht hat man in sich. – Einverstanden.
Zweites Kärtchen: „Jesus Christus.“ Ein paar seiner Lehren ja, aber nicht die Person. – Einverstanden.
Drittes Kärtchen: „Zehn Gebote.“ – Einverstanden, aber nur in modernisierter Form.
Viertes Kärtchen: „Nächstenliebe/Feindesliebe“ – Ja! Das ist sehr wichtig. Aber nur, wenn wir das so verstehen: Jeder muss für sich selbst sorgen und ist für sich selbst verantwortlich. Ok.
Fünftes Kärtchen: „Scharia.“ – Bloss nicht, höchstens die Barmherzigkeitsregeln.
Sechstes Kärtchen: „Gebet.“ – Lieber Meditation. Gebet geht zu einem persönlichen Gott – aber ob er immer bei einem Menschen ist? Sich selbst hat man ja immer dabei. Also Meditation!
Siebtes Kärtchen: „Strenge Meditationsregeln.“ – Bloß nicht!
Achtes Kärtchen: „Entsagung, um sich zu Leeren.“ – Nö!
Neuntes Kärtchen: „Auferstehung oder Reinkarnation.“ – Lieber Reinkarnation, aber das nur als Mensch, nicht als Ratte oder so Ungeziefer.
Zehntes Kärtchen: ...
– Ach, hören wir auf, es wird langweilig. Wir haben doch schon unsere schöne Religion.
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Splitter 34 (27.12.2008)
„Oh“, klagte EINER dem Heiligen: „Ich hatte traurige Weihnachten.“ „Warum denn?“ fragte der Heilige. „Weil ich Gott nicht gespürt habe“, antwortete EINER, „es war überall Durcheinander, mit den anderen, in mir! Alles war da – nur Gott nicht.“ Da sagte der Heilige: „Ich habe Gott auch nicht gespürt!“ „Schade“ sagte der Klagende. „Warum schade?“ antwortete der Heilige. „Gott ist bei uns, auch wenn wir ihn nicht sehen, er ist bei uns, auch wenn wir ihn nicht denken können, er ist bei uns, auch wenn wir ihn nicht spüren. Er ist sogar da, wenn wir glauben, er habe uns verlassen.“ „Woher weißt du das?“ frage der Klagende. „Sieh auf das Kind in der Krippe. Gott kam in der Nacht, in der Dunkelheit zu uns Menschen – und kaum einer hat es gemerkt. Aber er ist da. Und keiner kann ihn mehr verdrängen. Auch unser Gefühl nicht. Darum: Frohe Weihnachten!“
Splitter 33
Stell dir vor: Du hast Geburtstag. Deine Gäste klingeln an der Tür, sie kommen herein und geben sich gegenseitig die Geschenke. Dich beachten sie gar nicht. Froh und ausgelassen grüßen sie sich, essen gut und reichlich, unterhalten sich – und du stehst da und blickst traurig aus der Wäsche. So ergeht es in unserer Zeit Jesus an Weihnachten. Viele Zeitgenossen feiern Jesu Geburtstag – aber ihn selbst feiern sie nicht.
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Splitter 32 (24.12.2008)
„Weißt du eigentlich, was Gott dir geschenkt hat?“ fragte der Heilige. Einer sagte: „Äh, nein!“ Da sagte der Heilige: „Wenn du es nicht auspackst, dann weißt du es auch nicht.“ Da fragte Einer: „Was und wie soll ich es auspacken?“ Da sagte der Heilige: „Nimm die Weihnachtsgeschichte, lies sie, betrachte sie von allen Seiten und nimm heraus, was dir besonders eindrücklich ist. Das ist das Geschenk Gottes für dich. Und wenn du das dann im Herzen bewegst, kann das Geschenk Gottes dich fröhlich machen und dir Kraft geben.“
Splitter 31 (19.12.2008)
„Auch an Weihnachten fließen viele Tränen. Auch an Weihnachten nagt Angst am Herzen, auch an Weihnachten erleben Menschen tiefste Schmerzen. Auch an Weihnachten. Gerade an Weihnachten werden sie besonders gespürt. Wie die Re-genwolken besonders schwarz werden, wenn die Sonne scheint, so scheinen Leiden und Not angesichts des Weihnachtslichts um ein Vielfaches schwärzer zu sein. Aber das Licht ist da. Auch in uns. Gottes Licht ist stärker als das Dunkel. Auch in uns. Diese Gewissheit, diese Ahnung kann uns seit der Geburt Jesu niemand mehr nehmen“ – sagte der Heilige. Und Einer sagte: „Amen, ja, amen.“
Splitter 30 (6.12.2008)
Einer traf einen klugen Weltläufigen. Dieser sagte ihm: „Afrikaner und Asiaten reißen sich vielfach um Jesus Christus. Sie habens ja auch nötig.“ „Gewiss“, sagte Einer. „Und sie wissen es auch nicht besser“, sagte der Kluge weiter. „Sie sind nicht durch die Aufklärung gegangen.“ „Sicher“, sagte Einer. „Aber die werden auch schon noch dahinter kommen, dass der Mensch das Maß aller Dinge ist“, sagte der Aufgeklärte. „Welcher?“, fragte Einer. „Ja, jeder!“ „Das wäre was!“, sagte Einer. Doch der Kluge ließ sich nicht beirren, denn er war ja klug und fuhr fort: „Und er ist für sich selbst verantwortlich.“ „Darum“, sagte Einer, „wenden sie sich Jesus Christus zu!“
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Splitter 29
Ein Weiser schleppte einen riesigen Koffer zum Bahnhof. Da fragte Einer: „Was ist denn da drin?“ „Nichts“, antwortete der Weise. „Und warum trägst du ihn mit dir herum?“ „Er ist mein Leben. Ich schleppe es mit mir herum – und dabei ist es leer.“ „Das ist aber traurig“, sagte Einer, „ich dachte, du seist Weise.“ „Ja“, sagte der Weise, „ich werde so genannt, weil ich weiß, dass das Leben leer ist.“ „Ich bin nicht weise“, sagte Einer. „Aber ich kenne jemanden, der macht den Koffer voll und hilft ihn dir tragen.“ „Ist mir egal“, sagte der Weise und schleppte den Koffer weiter. „Was für ein Freund der Weisheit!“, sagte Einer.
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Splitter 28 (29.11.2008)
„Ist die Natur nicht schön?!“, sagte ihr Liebhaber. Einer antwortete: „Sicher! Schön ist, wie die Spinne die Fliege fängt, wie das Löwenmännchen die Jungen tötet, wie der Falke die Taube schlägt, der Fischer die zappelnden Fische angelt und der Koch den Hummer rötet. Natur ist nicht schön, aber zweckmäßig.“ „Gott ist grausam!“, sagte dann der Liebhaber der Natur. „Gott oder die verdorbene Natur?“ fragte Einer, er war sich selbst nicht sicher. Er wusste nur: Gott hat es anders geschaffen – und er wollte es ändern, wenn er kommt. Doch hat das Böse solch eine Macht, selbst die Tiere zu verändern?
Er schlief wenig später ein und träumte von Viren, die das Gehirn von Tieren und Menschen veränderten, von Gendefekten und Krankheiten, die den Charakter eines Menschen ins Gegenteil verkehren, er träumte, davon, dass er selbst ein anderer wurde als er war und nicht wusste, warum. Er sah sich im Spiegel an und kannte sich nicht, wusste nichts mehr, starrte nur in seine gebrochenen Augen, die ihn als Löwenaugen verschlangen ... In diesem Alb schrie es in ihm nur kurz: „Herr, hilf!“ Doch er half nicht. Er wurde gebeutelt und taumelte, fiel in die kalten Dunkelheiten – und wurde gehalten. Er spürte den Gekreuzigten und wurde von warmem Licht umhüllt, umhüllt, und es durchstrahlte ihn. Kurz erwachte er: Ein schöner Alb, keine Antwort!? – dachte er und schlief wieder ein – im Schlaf der Seligen.
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Splitter 27 (22.11.2008)
Einer fragte einen Christen: „Du sagst, du hast Beziehung zu Jesus Christus. Was meinst du damit?“ Da sagte der Christ: „Oh, viel!“ Und ging weg. Einer fragte eine Christin: „Du sagst, du hast Beziehung zu Jesus Christus. Was meinst du damit.“ Da sagte die Christin: „Hast du etwa keine?“ Und ging weg. Da war Einer enttäuscht. Da sagte Jesus Christus zu ihm: „Ich rede mit dir, rede du auch mit mir. Ich bitte dich um eine Tat, sag ja und tu sie. Ich habe Beziehung zu dir. Du musst sie nur ergreifen.“ „Oh!“, sagte Einer.
Nachdem Einer auch eine Beziehung zu Jesus Christus hatte, fragte ihn ein Mensch: „Du sagst, du habest eine Beziehung zu Jesus Christus. Was meinst du damit?“ „Jo“, sagte Einer, drehte sich um und ging. Da sagte Jesus zu ihm: „Geh zurück!“ Da sagte Einer: „Warum? Du musst dich ihm doch zeigen wie mir, und dann ist alles in Butter!“ Da sagte Jesus: „Kehr um! Ich bin in dir. Hört er dich, hört er mich.“ „Oh!“, sagte Einer, und freute sich – oder auch nicht.
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Splitter 26
In der Kirchengemeinde wusste man nicht, was man an Jesus Christus hatte. Und da setzte man eine Kommission ein, die darüber beraten sollte. Die eine sagte: „Was mich an Christus stört ist, dass er keine Meditationsanleitungen gegeben hat.“ Der andere sagte: „Mich ärgert regelrecht an Jesus, dass er nicht mit seinen Jüngern und Jüngerinnen getanzt hat.“ Die dritte sagte: „Ich lese schon lange nicht mehr in der Bibel. Ich verstehe Jesus sowieso nicht.“ Alle wurden immer trauriger. Sie suchten ihre Wünsche in Jesus – doch suchten sie nicht ihn. Die Kommission löste sich auf. Der Gemeindebasar forderte zu viele Kräfte.
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Splitter 25 (15.11.2008)
Wir müssen durch das Warten erst bereitet werden. Wie der Gartenboden bereitet werden muss, damit er guten Ertrag bringt, so müssen auch wir bereitet werden. Die Sehnsucht nach Gott ist wie ein kalter Winter – aber er ist notwendig. Die Sehnsucht nach Jesus Christus ist wie Dauerregenwetter – aber es ist notwendig. Die Sehnsucht nach dem Heiligen Geist ist wie Dunkelheit – aber sie ist notwendig. Halten wir in dieser Zeit der Sehnsucht Gott uns als Erde hin, dann füllt er sie – bis wir bereitet sind, bis wir guter Boden sind.
Splitter 24
Einer sagte: „Die Gottesdienste müssten fröhlicher sein. Die frühen Christen waren es ja auch. Lukas berichtet uns davon.“ Da sagte ein anderer: „Kindskopf, lass es! Lukas hat übertrieben. Die damals waren auch nicht besser als wir.“
Einer sagte: „Dann machen wir es eben so, wie Lukas es sich wünschte. Kommt, lasst uns fröhlich sein!“ Und er erzählte einen Witz. Mit Erfolg. Alle lachten und erzählten nun ihrerseits Witze. Lachend gingen sie mit Bauchschmerzen auseinander.
Da sagte Jesus zu Einer: „Ich freue mich, dass ihr einen lustigen Abend hattet. Die Menschen damals waren jedoch fröhlich, weil sie wussten, was sie an mir hatten.“
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Splitter 23 (7.11.2008)
Einer sagte sich: Ich bin, wie Jesus mir zugesagt hat, das Salz der Erde und das Licht der Welt. Doch was muss ich tun, um es auch zeigen zu können? Und Einer ging sinnend durch die Stadt. Da kam ein Mann auf ihn zu: Hast du ein paar Cent für mich? Einer hörte es und hörte doch nicht und ging sinnend weiter. Da sah Einer eine Frau hilflos vor einer Treppe mit ihrem Rollstuhl hantieren. Er sah, sah doch nicht, ging sinnend weiter. Da sah Einer, wie ein Fremder angepöbelt wurde. Er sah und hörte, sah und hörte nicht und ging sinnend weiter. Einer sah ein Nagelbrett auf der Straße liegen – er sah, sah doch nicht, ging sinnend weiter. Was kann ich nur tun, um zu zeigen, dass ich Salz der Erde und Licht der Welt bin? Da sprach Jesus zu ihm mitten am hellichten Tag, mitten auf der Kreuzung: Du bist nur Salz und Licht, weil ich es in dir bin. Darum kehr um: Heb das Brett auf, bewahre Menschen vor Schaden, hilf dem Bedrängten, hilf der Hilflosen, gib dem Bedürftigen.
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Splitter 22 (2.11.2008)
Da sagte Einer zum Heiligen: „Du glaubst an Gott?“ „Ja“, sagte der Heilige. Da sagte Einer: „Und Buddhisten glauben auch an Gott.“ „Manche“, sagte der Heilige. „Und die vom Islam glauben auch an Gott.“ „Ja“, sagte der Heilige. „Und andere glauben auch an irgendwelche Götter.“ „Sicher“, sagte der Heilige. „Und alle sagen von ihrem Gott, er ist der Beste, Schönste, Größte.“ „Das weiß ich nicht“, sagte der Heilige. „Aber du sagst es als Christ“, antwortete Einer. „Hm, ich weiß nicht“, sagte der Heilige. „Ich glaub nicht, dass meiner der Beste, Schönste, Größte ist. Ich weiß nur, er liebt mich und dich und ist mir und uns nah, aber nicht nur so, innerlich, sondern auch in anderen Menschen. Ich darf ewig bei ihm sein, weil er mir meine Sünde vergibt.“ „Das glauben die anderen auch“, sagte Einer. „Nun ja“, sagte der Heilige, „hast du sie schon mal gefragt oder denkst du dir das so. Frag sie mal lieber, bevor du von ihnen was behauptest, wo sie voll dagegen sind.“
Splitter 21 (25.10.2008)
Ein Mensch hatte einen wunderschönen Garten. Doch er hatte keine Zeit. Er raste durch den Garten, tat schnell dies und das Notwendigste, raste wieder heraus, hetzte, während er im Garten war schon in Gedanken wieder in die folgenden Stunden, Tage, Wochen. Er bemerkte gar nicht das vielfältige Duften der Blumen und Gräser. Er sah nicht die bunte Vielfalt, das rot, gelb, grün. Die vielen Mischungen der Farben. Er hörte nicht das Singen der Vögel, das Summen der Insekten. Er spürte nicht den Wind in seinen Haaren, die Sonne auf seiner Haut. Er hetzte nur. Den Garten nahm er gar nicht wahr. Was sagen wir diesem Menschen?: Mensch, lass doch mal! Setz dich hin und lausche auf das Zwitschern und Summen! Achte auf den Wind in deinen Haaren, rieche den Duft des Gartens. Setz dich mal ruhig hin und tanke auf!
So ist es auch mit uns: Wir leben schon längst im Haus Gottes. Wir leben schon längst in der Gegenwart Jesu Christi – doch wir bekommen das gar nicht mehr mit. Wir sind in Gedanken so mit diesem und jenem beschäftigt, dass wir ihn in uns, neben uns gar nicht mehr wahrnehmen. Wir sind so sehr mit uns selbst beschäftigt, dass wir an ihm vorüberrasen. Seine Wärme kann nicht in unser Herz hineinkommen, sein Licht kann unsere Gedanken nicht mehr durchdringen, seine Worte hören wir gar nicht mehr in ihrer Tiefe – wenn wir überhaupt noch etwas von ihm hören. Kurz: Wir sind Menschen in der Gegenwart Gottes und Jesu Christi – nehmen ihn aber nicht mehr wahr. Und so gilt auch uns: Setz dich einfach mal hin und versuche ganz für Gott da zu sein, mit ihm zu reden, sein Wort zu hören, mit Herzen und Gedanken, mit der Seele. Schau mit deinem Wesen mal allein auf ihn. Er ist da. Und wenn wir es auch nicht fühlen sollten, weil wir immer noch so sehr mit uns beschäftigt sind, dann können wir es uns einfach zusagen lassen: Durch Jesus Christus hast Du schon längst Zugang zu Gott dem Vater, Du bist sein Kind, Du stehst in seinem Licht, in seiner Gemeinschaft, in seiner Nähe. So ist es.
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Splitter 20 (17.10.2008)
„Oh,“ sagt Einer, „wie kann Gott nur so ungerecht sein, und großes Verderben über Städte kommen lassen!?“ „Oh,“ sagte der Heilige, „wie kann Gott nur so geduldig sein und nicht viel häufiger dreinfahren!? Wenn´s nach mir ginge, würde ich als Gott ständig auf den Tisch hauen.“ „Ja,“ sagte der Andere, „weil es so viel Leiden gibt und Gott nichts dagegen tut, darum glaube ich nicht an ihn.“ „Hm,“ sagte der Heilige, „weil Gott trotz des Leidens bei uns ist, darum glaube ich an ihn.“
Splitter 19 (4.10.2008)
Die Leserin schlug ein Buch auf. Da fingen die Seiten an zu weinen und zu klagen. Sie legte das Buch erschrocken zur Seite. Doch sie klagten weiter und weiter. Da fragte sie: „Was weint ihr denn und klagt?“ „Man hat uns nicht gefragt, womit wir bedruckt werden wollten. Und nun müssen wir so viel Blödsinn über Jesus Christus in die Welt tragen. Eine Bibel zu sein, das hätte uns geadelt, aber nun so etwas.“ Da sagte die Leserin: „Ihr wart aber hochmütig, gerade eine Bibel sein zu wollen.“ „Schimpf nicht mit uns, etwas anderes hätte es auch getan, aber dieser viele Unfug! In der Druckerei – das war ein Schreien und Seufzen, ein Kreischen und Zittern. Wir wollten alle nicht mit diesem Zeugs bedruckt werden.“ Die Leserin war ganz entsetzt und tröstete sie: „Ihr könnt doch nichts dafür!“ Sie ließen sich aber nicht beruhigen. „Passt mal auf. Ich werde auf jede Seite von euch etwas Gutes schreiben. Bibelzitate, Gottesweisheiten.“ Die Seiten wurden friedlicher und gaben aber noch keine Ruhe. „Und was ist mit den vielen Seiten, die auch so schlimme Texte in die Welt bringen müssen?“ „Das weiß ich auch nicht. Aber ich kann ja allen, die ich kenne, sagen, dass sie eure Freunde wie ich mit guten Worten aus der Erniedrigung holen sollen.“
Splitter 18 (28.9.2008)
Einer ging zu einer Heiligen: „Ich kann nicht beten.“ Da fragte die Heilige: „Was ist das, beten?“ Da sagte Einer: „Das kennst du nicht? Das ist reden mit Gott.“ „Warum willst du mit Gott reden?“ fragte da die Heilige. „Weil ich ihn um etwas bitten möchte.“ „Worum möchtest du ihn bitten?“ „Um inneren Frieden“, antwortete Einer. „Warum möchtest du Gott darum bitten?“ „Weil er ihn mir allein geben kann.“ „Das klingt gut“, sagte die Heilige. „Und wie würdest du Gott um inneren Frieden bitten?“ „Indem ich mich still hinsetze und sage: Gott, gib mir bitte inneren Frieden. Du weißt, wie durcheinander ich bin.“ Da sagte die Heilige: „Das würdest du also machen. Und warum machst du es nicht?“ Einer verstand noch nicht und sagte: „Ich weiß nicht, welche Worte ich wählen soll.“ Da antwortete die Heilige: „Die Worte, die du gerade gewählt hast. Glaubst du, Gott verlangt Worte von dir, die du selbst nicht verstehst, Worte, die dir nicht aus dem Herzen kommen?“
Splitter 17 (21.9.2008)
Ein Mann sang in Gottesdiensten kräftig, laut – und falsch. Ich sagte ihm: Sie singen aber kräftig! Dann sagte er: Und schief. Aber ich singe für Gott. Er liebt mich und ich liebe ihn. Und wenn er gewollt hätte, hätte er mir eine bessere Stimme gegeben. Aber ihm scheint auch mein schiefes Singen zu gefallen. Nun ist er bei Gott, dem Geliebten.
Splitter 16 (14.9.2008)
Ein Heiliger sandte vier Schüler aus. Er gab ihnen einen Auftrag: Sucht Wegweiser zu Gott. Nach einer Weile kamen sie wieder. Der erste brachte einen Stein und eine Blume mit. Ein Gott muss sie geschaffen haben. Wenn man sie betrachtet, denkt man an Gott. Der zweite brachte einen Menschen mit: Wer sich einem Menschen zuwendet, der findet den Weg zu Gott. Der dritte kam mit leeren Händen, er brachte sich selbst mit. Gott finde ich in mir. Der vierte brachte ein Büchlein mit. Man nennt es Bibel. Er sagte: Hier ist viel über Gott geschrieben. Da lobte der Heilige seine Schüler und sagte: Ihr habt alle richtig gesehen, aber der vierte mit seinem Büchlein ahnt es. Stein und Blume, Mensch und ich selbst sind nur dann Wegweiser zu unserem Gott, wenn wir dieses Büchlein richtig kennen. Dieses Büchlein ist der Schatzplan, der euch zum Tor Gottes führt.
Splitter 15 – mit verschiedenen Schlussversionen (7.9.2008)
Ein Mensch lebte in einem dunklen Raum. Tag für Tag, Nacht für Nacht. Da kam ein anderer, der sich gewundert hatte, dass in diesem Haus die Rollläden immer geschlossen waren zu diesen Menschen. Irgendwo in einem der hintersten Zimmer fand er den Bewohner. Und er sagte ihm: Mensch, was sitzt du hier drin! Draußen gibt es Licht! Sonnenlicht, Mondlicht, Licht der Straßenlaternen! Mensch! Draußen gibt es Farben, unendlich viele Farben, rot, grün, gelb, blau – in allen Kombinationen! Und so schwärmte der Besucher vor. Da sagte der Dunkelmensch: Ich glaubs Dir nicht. Da sagte der Besucher: Komm nur raus! Dann zeige ich es dir – was heißt, ich zeige es dir: Bist du mal draußen, siehst Du es selbst! Der Dunkelmann wurde unruhig: Geh, geh, geh! Ich glaube dir kein Wort! Alles ist dunkel, immer ist es dunkel, du phantasierst. Farben kann es nicht geben. Licht! Ich verstehe dieses Wort nicht einmal! Geh – du sprichst in Rätseln.
Schlussversion 1: Da ging der Besucher traurig aus dem Dunkelhaus.
Reden Menschen von Gott sprechen sie in Rätseln, man versteht sie einfach nicht, will man sich nicht in das Licht Gottes selbst stellen.
Schlussversion 2: Da packte der Besucher sein Schlüsselanhängerlämpchen aus und knipste es an. Da erschrak der Dunkelmann, war aber glücklich: Das ist Licht! Jetzt brauche ich nicht mehr mit dir mitgehen. Ich habe jetzt schon das Licht. Licht, Licht, Licht – mehr gibt es nicht. Da sagte der Besucher: Du Dummkopf! Komm nur mit! Das ist doch nur ein Lichtlein!
So verwechseln Menschen das Gotteslicht mit ihren kleinen selbst fabrizierten Lichtlein.
Schlussversion 3: Warte – ich komme doch mit!
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Splitter 14 (1.9.2008)
Ein Heiliger war krank am Leib. Da sagte ein anderer kranker Mensch zu ihm: "Du bist doch ein Heiliger, du bist Gott nah, du tust seinen Willen – und doch bist du krank? Du armer Mensch!" Da sagte der Heilige: "Dreh dich mal um. Siehst du den schönen Sonnenaufgang?" Er drehte sich um und sah diesen Sonnenaufgang und wurde von ihm ergriffen. Da sagte der Heilige: "Wenn du trotz deiner Krankheit von einem Sonnenaufgang ergriffen wirst, wie viel mehr ergreift uns Gott auch in unserer Krankheit? Er berührt meine Seele mit seiner Nähe und sie wird ruhig, mit seinem Wort richtet er den Leib auf und birgt ihn in seinen Frieden, mit seiner Liebe schenkt er mir seine ewige Zukunft und nimmt mir die Angst. Ich bin nicht arm. Mein ganzer Reichtum ist Gott in mir, Gott vor mir, Gott bei mir."
Splitter 13
Einer beklagte sich bei einem Menschen: "Ich wünsche mir so sehr, dass sich Gott mir zu erkennen gibt, dass er mir nahe ist, dass er mein Leben in seiner Hand hält und mich führt."
Da antwortete der Mensch hart und ganz ungerührt:
"Ist das nicht dumm, wenn man durstig ist, und nicht vom Sessel aufsteigt, um zu trinken?
Ist das nicht dumm, wenn man Forscher werden will und in der Schule nicht lernt, um sein Ziel zu erreichen?
Ist es nicht dumm, wenn man Fit und stark bleiben will und nur vor dem PC hockt?
Ist es nicht dumm, wenn man sein Leben ändern will, aber nicht bereit ist, auf die alltäglichen Dinge, die sich eingerissen haben, zu verzichten?
Es ist dumm, wenn man Gott nahe kommen will, aber nicht die Schritte geht, die Gott uns zumutet: Bibellesen lernen, beten lernen, auf Gott hören lernen, den Glauben leben lernen."
Und Einer hörte das, schwieg, drehte sich um und ging.
Auf Gott zu? An Gott vorbei? Gott weiß es.
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Splitter 12 (24.8.2008)
Einer sah auf seinem Spaziergang, dass sich ein Dachziegel gelöst hatte und ein wenig nach vorne gerutscht war. Da dachte er: Das geht mich nichts an.
Am nächsten Tag hörte Einer Martinshörner. Da dachte er: Das geht mich nichts an.
Am nächsten Tag las Einer im Lokalteil der Zeitung, dass ein Mensch von einem Dachziegel schwer verletzt worden sei. Da dachte er: Das geht mich nichts an.
Als Einer nachmittags geschniegelt und gestriegelt bei seinem Freund zum Geburtstagskaffee klingelte, öffnete sich die Tür. Seine Bekannte sagte traurig: Die Feier findet nicht statt, dein Freund wurde gestern von einem Ziegel sehr schwer verletzt. Da wankte er, schnell hielt er sich an dem Gedanken fest: Das geht mich nichts an.
Splitter 11
Vor Gott stehen wir Menschen. Manche bringen vor Gott volle Hände: "Schau, Gott, wie toll ich gerackert habe! Mit vollen Händen komme ich zu Dir!" Und Gott schaut sich die vollen Hände an, und fragt: "Du, Mensch, wenn Du Deine Hände schon voll hast, wie willst Du denn mein Geschenk annehmen?" Der Mensch schaut voller Stolz seine Werke in seinen Händen an.
Dann sagt der eine: "Gott, nimm Du sie. Sie sind nichts. Ich will Dein Geschenk annehmen." Und er übergibt Gott alles was er getan hat, das Gute und das Böse, das, worauf er stolz ist und das, was ihn beschämt. Gott nimmt es und füllt die leeren Hände des Menschen, sie leuchten gefüllt mit der Freundlichkeit Gottes, gefüllt mit Jesus Christus. Und je mehr der Mensch von diesem Reichtum weitergibt, das Gott ihm in die Hände gegeben hat, desto mehr füllen sich die Hände.
Der andere Mensch schaut ebenfalls stolz auf die Werke in seinen Händen. Er kann sich von ihnen nicht lösen. Er sagt zu Gott: "Kannst Du mir wirklich mit besserem die Hände füllen, als was ich geschafft habe?" Und er dreht sich um und geht mit seinen vollen Händen von Gott weg. Seine Hände sind voller Glitzerkram. Und er gibt nicht weiter, weil er Angst hat, etwas von seinen Werken, auf die er so stolz ist, zu verlieren.
Und es gibt einen weiteren Menschen: Er steht mit leeren Händen vor Gott. Und Gott spricht zu ihm: "Deine Hände sind leer, darf ich sie mit meiner Freundlichkeit füllen?" Voller Vorwürfe reagiert der Mensch: "Gott, wie kannst Du mir sagen, dass meine Hände leer sind? Wie kannst du so grausam sein und mir meine Mangelhaftigkeit vorwerfen? Du wirst sehen! Ich bekomme sie schon allein voll. Du wirst sehen: Du kaufst mich nicht mit deinen Versprechungen, mir die Hände zu füllen!" Da antwortet Gott: "Wenn du über deine leeren Hände erschrocken bist, zerstöre dich nicht. Komm zu mir, ich fülle sie dir."
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Splitter 10 (17.8.2008)
Einer sagte zum Gerechten: „Du glaubst wohl, du bist was Besseres als andere Menschen!“ Der Gerechte antwortete: „Ich bin nichts Besseres. Das einzige, das uns beide voneinander unterscheidet, ist: Ich weiß, dass Gott mich liebt, dass er mich stärkt, mich tröstet und mir den Weg weist – und wenn ich es mal vergessen sollte, dann bitte ich ihn, es mir wieder zu zeigen.“ Da sagte Einer: „Siehst du?“ Da fragte der Gerechte: „Glaubst du, du bist besser, weil du Gott nicht kennen willst?“
Splitter 9
Das ist schon eigenartig, sagte Einer: „Ohne den Heiligen Geist läuft gar nichts. Weder in der Kirche noch im Leben des Einzelnen, der an Jesus Christus glaubt. Doch von ihm redet außer an Pfingsten kaum ein Mensch. Und kaum einer weiß in Umfragen mehr, was oder wer das eigentlich ist, Heiliger Geist.“
„Das macht nichts“, sagte der Heilige. „Das ist wie mit der Atemluft. Kaum einer spricht von ihr und doch leben wir nur durch sie. Und weißt du über sie Bescheid, außer dass Du >Sauerstoff< sagen kannst? Es genügt, wenn Du Gott als Vater anredest, Jesus als deinen Herrn bekennst und den Nächsten liebst. Dann lebst du aus dem Heiligen Geist. Was willst du mehr?“
Splitter 8
Staunen, so sagte ein griechischer Philosoph, ist die Grundlage der Wissenschaft. Staunen ist auch der Beginn des Glaubens. Staunen wie ein Kind über das, was Gott einen so alles an den Wegrand des Lebens gestellt hat. Schönes, Gutes, Freundliches – aber auch Staunen darüber, dass er hilft, das weniger Schöne aus seiner Hand zu nehmen; dass er auch das Dunkle durchleuchten kann, dass er Kraft schenkt, das Schwere zu tragen. Kurz: Staunen darüber, dass wir in seiner Liebe leben dürfen. Staunen ist der Beginn des Glaubens. Dieses Staunen über Gott wünsche ich Ihnen.
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Splitter 7 (10.8.2008)
Ein Mensch sagte dem Heiligen: „Der Glaube an Gott bringt mir nichts.“ Da fragte der Heilige: „Was soll er dir denn bringen?“ Er antwortete: „Weniger Sorgen und Probleme, eine nettere Frau und nettere Arbeitskollegen, fügsamere Kinder, bessere Gesundheit, mehr Geld, gutes Wetter für meine Party …“. Da unterbrach ihn der Heilige und sagte: „Was du möchtest, ist eine gute Fee, die dir hundert Wünsche freigibt. Aber du hast es mit Gott zu tun, den mächtigen Gott, der lebt und regiert – und das, ob du glaubst oder nicht. Du hast es mit Gott zu tun, den Schöpfer des Himmels und der Erde, der über Leben, ewiges Leben und Tod entscheidet; mit Gott, der sogar solche Typen wie dich und mich liebt!“ „Amen!“ sagte der Mensch grinsend und ging seines Wegs. Da freute sich der Heilige über Gott, weil er auch diesen Menschen liebt – aber mit traurigem Herzen.
Splitter 6
Es ist Nacht. Eine Jugendgruppe macht eine Nachtwanderung. Es wird ein Seil ausgelegt. Dieses Seil weist den Weg zum Ziel. Sie ergreifen das Seil, spüren es an ihrer Hand und gehen an ihm entlang auf das Ziel zu. Einer sagt: „Das ist mir zu blöd. Ich weiß, wo das Ziel ist. Ich bin schneller da, wenn ich einen anderen Weg gehe. Wer geht mit?“ Ein paar gehen den Weg im Dunkeln auf das Ziel zu – losgelöst vom Seil. Was er sagte klingt logisch. Sie stolpern. Sie rutschen, sie geraten in Brombeerhecken, sie rempeln an Baumstämme. Sie kommen an einen Bach und werden beim durchqueren nass und beginnen zu frieren, zu fluchen, zu verzweifeln.
Die Bergpredigt ist eine Richtschnur. Keiner muss sein Leben an ihr entlang hangeln. Gott, der Vater Jesu Christi hat uns zu freien Menschen gemacht. Nur: Wenn wir eigene Wege gehen – müssen wir uns nicht bei Gott beschweren.
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Splitter 5 (3.8.2008)
„Ich glaube an Gott, ich hab einen Gott“, sagte EINER. „Gut“, sagte der Heilige, „du hast Gott? Ich habe keinen.“ „Aber wieso bist du dann der Heilige?“ fragte der Mensch. „Ja. Ich wollte Gott fangen, mit Gedanken, mit Weltbeobachtung, indem ich Menschen beobachtete und die Tradition aufnahm – und sobald ich meinte, ich hätte ein Zipfelchen von Gottes Mantel erwischt, war er wieder weg.“ „Und wieso glaubst du dann an Gott?“, fragte der Mensch. „Tja, ich konnte Gott nicht fangen. Er fing mich!“ sagte der Heilige. „Verstehe ich nicht“, sagte Einer. „Ich auch nicht“, sagte der Heilige. „Aber auf einmal, nach langen Jahren meines Suchens sagte Gott: Jetzt hab ich dich gefunden. Was soll ich sagen? Seine Liebe durchströmte mich, seine Gnade umfing mich, seine Nähe wärmte mich.“ „Und was hab ich davon, dass er dich gefangen hat - ich hab ihn wohl doch nicht!“ Da blinzelte ihn der Heilige freundschaftlich an und sagte: „Warts ab!“
Splitter 4
EINER sagte träumerisch: „Ich möchte so gerne mit Jesus feiern. Stell dir mal vor, wie wunderschön es war, als er auf der Erde lebte und alle mit ihm gefeiert haben, mit ihm fröhlich waren. Sie waren ganz nah an ihm dran, konnten ihn hören und berühren!“ Da sagte der Heilige ungerührt: „Feier doch jetzt schon mit Jesus!“ „Wie denn?“, fragte Einer erstaunt. „Indem du eine schöne Tischdecke auf den Tisch legst, darauf den schönsten Blumenstrauß stellst, die Bibel nimmst, dich hinsetzt und betest: Komm, Herr Jesus. Und noch schöner wird das Fest, wenn du Menschen findest, mit denen du gemeinsam so ein Jesus-Fest feiern kannst.“
Splitter 3 (30.7.2008)
„Oh,“ sagte Einer zum Heiligen, „die Bibel ist aber schwer zu verstehen! Ich hab mal drin gelesen – und habe nichts verstanden.“ Der Heilige fragte: „Hast du einen Computer?“ „Ja,“ sagte Einer. „Wie lange hast du gebraucht, bis du wusstest, wo man ihn anmacht, wie er funktioniert, was man alles damit mache kann?“ fragte der Heilige. Einer antwortete: „Nicht so lang. Ein paar Tage. Mein Freund hatte mir vorher alles gezeigt.“ „Und wie lange hättest du gebraucht, wenn es dir keiner gezeigt hätte?“ fragte der Heilige. „Wochen!,“ rief Einer. „Siehst du,“ sagte der Heilige, „in der Bibel geht es um Gott und die Menschen, um die Welt und um dich – und das willst du verstehen, wenn du mal drin rumblätterst?“
Splitter 2
„Oh“, sagte Einer traurig zum Heiligen „Gott hat mich nicht erwählt, sonst würde ich stärker und besser und tiefer glauben.“ Da sagte der Heilige fröhlich: „Wenn du traurig bist, dass du nicht stärker glauben kannst – dann glaubst du doch! Das ist wie einer, der klagt, er könne nicht besser schwimmen – aber dabei schwimmt er doch! Gott schaut liebevoll auf unsere Glaubensversuche – weil er uns liebt. Unser Glaube ist wie ein kleines Vögelchen in Gottes Hand, das er liebevoll hegt, darum hab keine Angst um deinen kleinen Glauben.“
Splitter 1
»Oh«, sagte Einer, »Sehe ich erlöst aus? Der Philosoph Nietzsche sagte: ›Erlöster müssten mir die Christen aussehen.‹ Und ich? Ich habe nun ein schlechtes Gewissen, weil ich eben nicht erlöst aussehe, nicht fröhlich und freudig strahle.«
Da sagte der Heilige: »Mach dir um dein Aussehen keine Sorgen. Gehörst du zu Jesus Christus, dann siehst du so aus, wie er es möchte. Und dann? Dann schau in den Spiegel und sage: ›So sieht also ein Heiliger aus, einer der zu Jesus Christus gehört!‹ Dann bist du stolz – und gleichzeitig demütig, weil die Liebe Jesu dich prägt.«