Splitter 30.12.2011
Einer sagte zum Heiligen: „Auch Christen lieben zu wenig.“
„Echt?“ fragte der Heilige, „auch Christen lieben sich selbst doch sehr.“
„Das meine ich nicht!“, sagte Einer.
„Ich weiß, du meinst: sie lieben Gott in Jesus Christus nicht genug!“
„Das meine ich auch nicht“, sagte Einer, „ich meine: sie lieben andere Menschen nicht genug.“
„Du hast Recht“, sagte der Heilige, „aber wie sollen sie den anderen lieben können, wenn sie sich selbst nicht in rechter Weise lieben und Gott überhaupt nicht lieben? Wie sollen sie den zweiten Schritt vor dem ersten tun?“
„Und, Heiliger, wie willst du das ändern?“, fragte Einer.
Der Heilige sagte: „Ich fange bei mir selbst an und bete: Gott, hilf mir, dich zu lieben, hilf mir, mich selbst in rechter Weise lieben zu können, und die anderen ebenso.“
*
Splitter 24.12.2011
Weihnachten hat seine ganz eigene Art Fröhlichkeit: Gott kam in die Welt – wurde Mensch – blieb aber er selbst. Indem Gott als Mensch er selbst blieb, konnte er in die Welt kommen und das Dunkle, das Böse überwinden. So heißt Weihnachten auch für Christen: Ihr seid in der Welt. Passt Euch jedoch nicht an, damit Ihr als Lichter Gottes das Dunkle in der Welt überwinden könnt. Das bringt nicht selten eine Menge Ärger mit sich. Paulus schreibt: “Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.” (Röm 12,2)
*
Splitter 24.12.2011
Gesegnete Weihnachten! – Gesegnetes Christ-Fest!
Der Wunsch”Gesegnete Weihnachten” bzw. “Gesegnetes Christfest” kann etwas tiefer gehen als der Wunsch: “Frohe Weihnachten”, “Frohes Christfest”. Das Wörtchen "Froh" kann man aus nichtchristlicher Perspektive verstehen, man freut sich über die Gemütlichkeit, die Geschenke, das Zusammensein. Gesegnet bzw. "froh" in christlicher Perspektive bedeutet: Es kommt nicht in erster Linie auf die eigene Gefühlslage an, sondern auf das, was Gott uns Menschen getan hat. Wenn man das ein wenig begreift, dann kann man froh werden - es ist eine Gottesfreude. Und zur Gottesfreude benötigt man keine Gemütlichkeit, keine guten Geschenke, kein gutes Essen, kein spannungsfreies Miteinander. Gesegnet ist ein Weihnachtsfest, ein Christfest dann, wenn man sich von Gottes Handeln in dem Menschlein Jesus ergreifen lässt, wie auch immer man sich fühlt und dann denkt oder singt: “Ehre sei Gott”.
Splitter 2.12.2011; aus dem Blog)
a) Handelt so, dass Ihr Euch vor Euch selbst nicht schämen müsst.
b) Der Tanz der Feigheit um die rohen Eier.
*
Splitter 13.11.2011
Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen – sagte der von uns allen verehrte Herr Schmidt. Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist – sagte der von uns allen verehrte Ben Gurion. Was nun? Ich denke mir mal so: Herr Schmidt wird trotz/wegen seines hohen Alters auch noch einmal Realist.
*
Splitter 29.10.2011
„Mir geht es schlecht, ich habe eine Menge Leid zu tragen!“ sagte Einer zum Heiligen. „Ja“, sagte der Heilige. „Der Kirchenvater Chrysostomos musste auch viel leiden. Am Ende seines Lebens wurde er gefragt, was er an seinem Leben ändern würde. Er sagte: ich würde mehr danken.“ „Aber warum denn das?“ fragte Einer. „Weil Christen sich in all dem Leiden, das sie erleben, von Gottes Liebe umgeben wissen dürfen; weil sie sich in allen Rätseln und Fragen getragen wissen dürfen, weil sie wissen dürfen: Wir gehen heim, der Leidensweg ist ein Weg nach Hause zu ihm, zu unseren Herrn. – Und weil sie auf diesem Weg anderen beistehen können. Sind das keine Gründe dafür, selbst im Leiden dankbar zu sein?“
*
Splitter 16.10.2011
Sich um Fakten zu kümmern, ist gefährlich. Ohne Fakten funktioniert so manches Gewissen besser.
***
Splitter 9.10.2011
Wie sagte schon der alte Pascal sinngemäß:
Wer glaubt, der hat nichts zu verlieren. Wer nicht glaubt, der verliert alles.
Ich würde ergänzen:
Wer nicht glaubt, verliert alles, um mit den Glaubenden das Ganze zu gewinnen. Wenn er den will.
Kleine Nuancen fördern das Denkvermögen.
*
Splitter 1.10.2011
Wenn einer ganz in Ruhe lebt, alles hat - alles ist wunderbar und schön - wenn dieser Zustand des Friedens zu lange dauert: steht er auf und beginnt den Streit.
Und wenn er keinen anderen hat, den er bekämpfen kann, dann bekämpft er sich selbst.
*
Splitter 25.9.2011
Wer den Selbsterhaltungstrieb glorifiziert - verliert seine soziale Kompetenz. Ist das das Selbst erhaltend?
Der Atheist sieht sich dem Tod ausgeliefert - der Christ Gott.
Wer sich vom Gotte löst - wird sich Kopien suchen.
Splitter 19.9.2011
Wer sich als Herr aufspielt - und doch nur ein Geck ist - muss sich über den Spott nicht wundern.
*
Splitter 17.9.2011
Manche Menschen sind sehr auf Engel fixiert. Engel feiern seit ein paar Jahren Hochkonjunktur. Das Neue Testament kennt das nicht. Menschen werden auf Menschen verwiesen - die Engel sendet Gott dann, wenn es notwendig wird. Nicht der Mensch erwartet Engel - sie kommen. Der auf Engel fixierte Mensch kann am Willen Gottes vorbei gehen, denn Gott will, dass der notleidende Mitmensch im Blick ist, nicht die unsichtbaren Mächte sollen es sein (z.B. Matthäusevangelium 25). Außerdem: Die Engel der Bibel sind Boten Gottes. Sie erfüllen einen Auftrag Gottes. Mehr nicht. Sie fühlen sich missverstanden, wenn Menschen sie erheben. Ehre sei Gott singen sie. Alles andere verehrt die Schöpfung statt den Schöpfer.
*
Splitter 12.9.2011
Es ist gefährlich, Gott zu bitten: Zeige dich mir! Denn wenn Gott sich zeigt, ist immer ein Auftrag damit verbunden - und demjenigen, der ihn nicht erfüllt, kann sich Gott schwuppdiwupp wieder entziehen.
*
Splitter 5.9.2011
Nein, nicht mehr vor Christus und nach Christus, sondern nur vor... und nach... soll es heißen. Diese Christus leugnende Ideologie wird sicher auch irgendwann in unseren Schulbüchern Eingang bekommen. Und dann wird das dämliche "vor unserer Zeitrechnung" - und "nach unserer Zeitrechnung" die Hirne füllen. Gibt es eigentlich ein "vor unserer Zeitrechnung"? Ja, sicher: Schöpfung. Gibt es ein "nach unserer Zeitrechnung"? Ja, sicher: Die Gottesherrschaft. Denn alles was vor und nach Christus geschah, ist ja Teil unserer Zeitrechnung und nicht vor oder nachher geschehen. Aber Ideologen lieben es nicht zu denken. Geschwafel gehört zu ihrem Metier. Von daher wird das alles vermutlich keine Zukunft haben. Jedes Kind wird fragen: Warum leben wir 2050 Jahre nach unserer Zeitrechnung? Dann werden alle brüllen: Halt den Mund! Das geht dich nichts an! Dann wird es alte Bücher finden und da steht dann drin: 2050 nach Christus. Und es wird fragen: Was ist Christus? Und sie werden brüllen! Ist doch egal, irgend so ein Typ halt, denk nicht weiter drüber nach! Doch das Kind wird weiter darüber nachdenken und wird in Wikipedia schauen: Christus - findet nichts. Wird in Google schauen: Findet auch dort nichts. Das gehört nämlich politisch korrekt gelöscht. Dann wird es von der Großmutter ein Buch in die Hand bekommen. Da steht: Jesus genannt Christus. Gottes Sohn. War ein großartiger Mensch, der die Menschheit das Lieben lehrte. Und es fragt die Leute: Was ist das: Lieben? Und die Leute werden sagen: Sex. Und es wird fragen: Jesus Christus hat Sex gelehrt? Und sie werden sagen: Nimm diesen Namen nie wieder in den Mund! Und dann wird es kapieren: Jetzt wird es spannend. Über diesen Jesus muss ich mehr herausbekommen. Und dann? Dann wird es sich sagen: Das muss doch nicht "vor unserer Zeitrechnung" heißen, sondern "vor Christus"! Und manche Leute werden glücklich sein, dass sie jetzt endlich wissen, was diese komische Angabe vZ bedeutet. Und sie werden wieder fröhlich sagen: Das waren ja Blödmänner, die statt vor/nach Christus v/nZ eingeführt haben. Wer so etwas sinnloses einführt, war sicher nicht bei Sinnen. Und fröhliches Gelächter über diese dumme Generation dringt bis zum Himmel hinauf. Und flugs wird der Schwachsinn geändert.
.
Splitter 27.8.2011
„Seid dankbar in allen Dingen, schrieb der Apostel Paulus. Wie ist das zu verstehen? Auch in Not danken?“, fragte Einer den Weisen. „Oh ja“, sagte der Weise: „Was macht ein Nichtschwimmer, wenn er in tiefes Wasser fällt?“ „Er geht unter!“, antwortete Einer. „Und was macht der Mensch, der schwimmen kann, wenn er in tiefes Wasser fällt?“ „Schwimmen natürlich“, sagte Einer. Da sagte der Weise: „Dankbarkeit rettet in Not, wie den Schwimmer das Schwimmen. Es hilft über den dunklen Wassern des Lebens zu bleiben. Es hilft, vorwärts zu kommen. Es hilft frei durchzuatmen. Gerade in Not ist Dankbarkeit lebensnotwendig. Aber danken muss man lernen – wie das Schwimmen – dann, wenn es einen gut geht.“
.
Splitter 24.8.2011
Ich bin Atheisten, die es ernst meinen, dankbar. Sie zeigen so manche faule Stelle auf und helfen damit, den christlichen Glauben zurückzuführen. Von daher muss ich ehrlich sagen: Gott, danke, dass Du uns manche der Atheisten schickst. Und der Atheist, der mag, wird sicher auch in den Himmel kommen. Gott wird ihm sagen: So, lieber Atheist, schau, ich bin. Du hast meiner Sache, ohne zu wollen, einen großen Dienst erwiesen. Magst du bei mir im Himmel bleiben? Was werden dann ein paar fromme Christen sagen? Oh, Gott, das kannst Du doch nicht machen? Was wird Gott dann sagen? Nein? Ihr seid doch auch hier!
.
Splitter 14.8.2011
Glaube betont die Erfahrung - nicht die Logik.
Wer mag sagen, dass Erfahrungen weniger Wert sind als Logik?
.
Splitter 6.8.2011
Der Dumme zeigt seine Dummheit, wenn er über den Klugen lacht.
Der Mensch ist klug, der sich um den Spott der Dummen nicht kümmert.
*
Splitter 31.7.2011
Die Menschen der Tradition sind die Avantgarde.
Die Menschen der Provinz sind die Konstante im hysterischen Wandel.
Ich mag den Wandel - ich mag die Konstante.
.
Splitter 17.7.2011
Wie lange braucht man, um eine Fremdsprache zu verstehen? Gottes Wort will ich - sofort, auf Anhieb, augenblicklich - verstehen? Ich höre das Wort: "Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur. Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden." (Paulus: 2. Brief an die Korinther 5,17) Ich lausche dem Wort im Herzen nach, seinen Klang, seine Fülle - lebenslanges Lernen.
.
Splitter 9.7.2011
Survival of he fittest.
Der Stärkste wird überleben. Hat der am Kreuz hingerichtete Jesus Christus überlebt, weil er der Stärkste war?
(Jesus sagte: Wer sein Leben zu bewahren sucht, der wird es verlieren, wer es verliert, der wird es gewinnen.)
+
Splitter 3.7.2011
Nur Feiglinge benötigen Intrigen - die Kirche benötigt keine Feiglinge.
.
Splitter 25.6.2011
Manche Menschen interessiert nichts anderes als ihr eigenes oberflächliches Geschwätz.
Man kann mit noch so gutem Essen kommen - sie wählen die Zuckerwatte.
*
Splitter 21.6.2011
Auch denjenigen, die sich Christen nennen, ist ein Mittelweg häufig fremd. Heiligkeit wird mit Selbsterhöhung realisiert. Dabei ist sie Geschenk aus der Liebe Jesu Christi. Weil aber Heiligkeit Geschenk ist, gehen die anderen damit verantwortungslos um: Was nichts kostet, das ist wertlos.
*
Splitter 11.6.2011
Es ist ein Unterschied, ob einer den Verstand zu fesseln sucht oder einsieht, dass der Verstand nicht Alles ist.
*
Splitter 4.6.2011
Einer sagte: „Säen des Wortes Gottes bringt es nicht. Es ist alles so schlimm in der Welt!“ Da sagte der Weise: „Kennst du dich ein wenig mit Geschichte aus? Denk daran, wie schlimm es auf der Welt aussah, bevor Gott in Jesus anfing, seine göttlichen Samen zu säen? Und schau, wie schlimm es dort aussieht, wo noch keine Samenkörnchen wachsen können.“
*
Splitter 28.5.2011
Selbstbewusst rannte der Marathon-Mann den falschen Weg. Er ließ sich auch nicht reinreden. Manche bewunderten ihn, weil er tapfer und unbeirrbar den falschen Weg lief, weil er dabei schwitzte, außer Atem kam.... Manche schüttelten nur den Kopf und sagten: der arme Mann. Sie schüttelten aber auch den Kopf über diejenigen, die wussten, dass er unbeirrbar den falschen Weg lief und ihm auch noch dabei bewundernd zujubelten.
.
Splitter 21.5.2011
Manchmal kommt es mir so vor wie der Hase und der Igel. Der wendige atheistische Kuschelhase rennt und rennt - und die stacheligen Christen rufen immer schon: Bin schon da!
*
Splitter 14.5.2011
„Ich bin Realist“, sagte Einer, „ich glaube nicht an die Auferstehung.“ „Du hast Recht“, sagte der Heilige. „Ich glaube auch nicht an die Auferstehung.“ „Du bist ein Heiliger und glaubst nicht an die Auferstehung?“ „Wieso sollte ich an die Auferstehung glauben? Ich glaube an Gott – und der wird uns neu machen und uns ins neue Leben rufen: Kind, steh auf! Und dann werde ich ganz von Gott erfüllt im neuen Leben sein.“
*
Splitter 7.5.2011
Das Vögelchen sitzt ganz hoch oben auf einem Zweig und warnt voller Inbrunst vor der Weitweg-Katze.
Und Schwupps - wirds vom Greifvogel zerrissen.
.
Splitter 29.4.2011
„Kannst du mir das mit der Auferstehung nicht erklären?“ fragte Einer. Der Heilige sagte: „Ich habe gestern ein wunderschönes Himmelsrot gesehen, einmalig, mir ist das Herz aufgegangen!“ „Ja und?“ fragte Einer. „Außerdem geschah es neulich, ich trat aus dem Haus, der Frühlingsduft hat mich ganz verzaubert!“ „Ja und?“ fragte Einer. Da sagte der Heilige: „Bist du von meinem Wort über das Himmelsrot nicht ergriffen? Bist du nicht von dem Duft verzaubert?“ „Nein, gar nicht!“ sagte Einer. „Das kenn ich doch, was ist daran besonders?“ Da sagte der Heilige: „Wenn du dich schon nicht von dem Irdischen ergreifen lassen kannst – wie willst du denn verstehen, wenn ich Dir Auferstehung erkläre? Das Himmlische, Göttliche, die Auferstehung kann man nicht verstehen – man muss Gott ein Leben lang bitten, für ihn offen sein – und dann lässt er dich ahnen, was das ist, dann lässt er ein wenig das Göttliche der Auferstehung spüren – und du wirst verzaubert und neu.“
*
Splitter 24.4. (Ostersonntag)
„Überleben werde ich in meinen Nachkommen, in meinen Taten, in den Herzen der Menschen“, sagte Einer. „Ja“, sagte der Heilige, „du bist aber bescheiden: Wir Christen wollen alles, was Gott uns schenkt. Mit weniger geben wir uns nicht zufrieden.“ „Wie meinst du das?“ fragte Einer. Der Heilige: „Glaubst du wirklich, dass Gott mir anbietet: Du darfst ewig in mir leben – und ich dann sage: Nein, danke, ich will lieber in den Herzen der Menschen weiterleben? Wenn mir Gott schon so ein riesen Angebot macht, dann wäre ich doch blöd, wenn ich nicht zugreifen würde.“
.
Splitter 22.4.2011 (Karfreitag)
„Ich will nicht, dass ein anderer für mich stirbt“, sagte Einer. „Ja“, sagte der Heilige. „Ich will selbst alles auf die Reihe kriegen“, sagte Einer. „Ja“, sagte der Heilige. „Warum sagst du nur immer ja?“ Weil ich dich bewundere und staune“, antwortete der Heilige. „Kannst du den Wind fangen? Kannst du die Sterne herunterholen?“ „Blödsinn“, sagte Einer, „was soll diese Frage?“ „Glaubst du wirklich, dass du die Macht der Sünde in deine Hand kriegen kannst, dass du der Gewalt des Todes in irgendeiner Weise stolz trotzen kannst? Sünde und Tod sind keine Kuscheltierchen, die haben ein ganz anderes Kaliber – gegen diese Kräfte kann nur Gott selbst etwas machen. Du überhebst dich und zerbrichst an ihnen, willst du sie allein besiegen.“
.
Splitter 16.4.2011
Das merkt man schon, dass Heiliges bei vielen Menschen keine Rolle spielt - oder doch? Sie gehen gegen Heiliges, Erhabenes an, weil sie nicht gelernt haben, damit umzugehen. Diese Gefühle sind ihnen fremd, darum bekämpfen sie dasjenige und diejenigen, die ihnen solche "eigenartigen" Gefühle machen.
In einem ganz anderen Rahmen ist mir das einmal deutlich geworden. In einem Kindergottesdienst war ich ich, ganz normal gekleidet usw. Kinder gingen ganz normal mit mir um. Dann sollte ich einen König spielen. Ich zog ein weißes Laken über, eine Krone auf den Kopf - und begegnete dann den Kindern. Erst waren sie ein wenig scheu. Dann wurde eines aggressiv - und viele der Kinder legten eine verbale Aggressivität an den Tag, das mich sehr nachdenklich gemacht hat. Diese verbale Aggressivität, die sich auf den Körper übertrug, kannte ich von einem Film her, der zeigte, wie Affen gegen eine Schlange kämpfen. So in etwa waren die Kids. Es war ihnen nicht geheuer - und weil es ihnen nicht geheuer war, wussten sie sich nicht anders gegen das Gefühl zu wehren, als mit einer bestimmten Aggressivität. Entsprechend beobachtete ich das häufig: Diese aggressive Scheu gegen Heiliges, etwas, das nicht vulgär, entsakralisiert ist, scheint - so interpretiere ich es - als ein Versuch, mit einem unbekannten Gefühl umzugehen. Wie das Gelächter, wenn alles still ist, mucksmäuschenstill. Irgendeiner hält es nicht aus und fängt an, irgendetwas Albernes zu sagen - und es entlädt sich ein nicht schönes Gelächter.
Der Mensch verarmt, was diese Gefühlslage betrifft. Weil es ihnen nicht mehr vermittelt wird. Kein Gebet - kein Gefühl für das Transzendente. Abendmahl - Anwesenheit Jesu Christi - wird profanisiert: Wird zu Essen und Trinken und menschliche Gemeinschaft. Bibel - ein Buch, das man einfach so in die Papiertonne schmeißen kann, wenn sie billig war. Leben in Wahrheit und Tugend - wird lächerlich gemacht und erniedrigt. Leben in Reinheit - versteht einer überhaupt noch diesen Begriff, geschweige denn, was er aussagt? Begegnung mit dem Wunderbaren, dem Wunder - das wird heruntergezogen: Gibts nicht, Zufall, ich bins Wert. Man sage nicht, das habe keine Auswirkung auf die Gesellschaft. Dem Menschen wird die Würde genommen, hat das Heilige keinen Raum mehr.
Splitter 9.4.2011
Schamanen und religiöse Magier wollen Gott in ihre Macht bekommen, bekommen jedoch nur ein paar Geister. Atheisten und Brights sind enttäuscht, dass sie Gott nicht besitzen können. Buddhisten wollen das Göttliche ohne Gott erreichen und Muslime versuchen, mit Unterwerfung Allah paradiesisch zu stimmen. Gott ruft jedoch in Jesus Christus: Hallo, Leute, besitzen könnt ihr mich so wenig wie euer eigenes Leben – aber kommt, vertraut meiner Liebe!
.
Splitter 4.4.2011
Der Mensch macht viele Phasen durch. Als Kind denkt er anders als als Jugendlicher, als Erwachsener wieder anders. In seiner großartigen, starken Zeit denkt er wieder anders als in seiner Schwäche und Krankheit; in seinem Zorn auf Gott und dann, wenn er an die verpassten Lebensgelegenheiten denkt, wieder anders als dann, wenn er zur Ruhe gekommen ist. Wir Menschen allesamt sind geistig wandernde Wesen. Vom Unglauben zum Glauben, vom Glauben zum Unglauben und wieder zurück - vielleicht. Es ist schön zu wissen, dass Gott uns wandernde Wesen in seiner Liebe in seinen Händen hält.
.
Splitter 27.3.2011
Jeder Mensch glaubt etwas – bzw. ist sich sicher, dass es das nicht gibt, was er nicht glaubt: Der Atheist ist sich sicher, dass es keinen Gott gibt; der Esoteriker glaubt, dass alles von positiven und negativen Energien durchdrungen ist; religiöse Menschen glauben Traditionen ihrer Tradition; so mancher Mensch glaubt auch an sich selbst, an seinen Beruf, seine Familie, sein Einkommen – er ist sich seiner sicher; Ideologen glauben an ihr jeweiliges Weltbild, mit dem sie die Welt retten wollen. Entgegen aller Rede von Freiheit des Menschen, sich frei für irgendeinen Glauben oder Unglauben zu entscheiden, muss man sagen: Der Mensch glaubt nur das, was er sowieso schon glaubt. Wenn ihn nicht Gottes Wort durch Jesus Christus trifft: „Ändere dich! Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst!“
.
Splitter 19.3.2011
Ich sah zwei Frauen mit Gehproblemen. Die eine ging tänzelnd, wie auf rohen Eiern, die andere ruderte mit ihren Armen an einem schiefen Oberkörper in der Luft herum. In der Disharmonie, den sich widersprechenden Bewegungen boten sie ein faszinierendes Bild. Als ich beiden so nachschaute, ergriff mich ein ganz klein wenig die Liebe Gottes und füllte mein Herz. Ein eigenartiger liebender Schmerz.
.
Splitter 11.3.2011
Einer sagte zum Heiligen: „Mein ganzes Leben war und ist ein Desaster. Nichts klappt, alles ist so anders als ich es will, ich handle oft anders, als ich es für richtig halte, Wege werden versperrt und ich habe keine Ahnung, wie das Chaos im Herzen und im Kopf beendet werden kann.“ Der Heilige fragte: „Kennst Du einen Menschen, dessen Leben so geworden ist, wie er es wollte? Hat nicht jedes Leben seine guten und nicht guten Wendungen, seine Durcheinanderzeiten? Ärgere dich nicht. Ich gebe dir einen Tipp, der wichtiger ist als jeder Lottogewinn.“ „Und der wäre?“, fragte Einer. „Ich schenke Dir ein Gebet“, sagte der Heilige. „Wenn Du es Dir zum Herzensgebet machst, hilft es in deinem Leben. Es lautet:
Danke, Gott, für das Leben, das du mir geschenkt hast und schenkst.
Es hat mich mit all seinen Schwierigkeiten zu dem Menschen gemacht,
der ich nun vor Dir bin.
Nimm mein weiteres Leben in deine liebende Hand,
damit ich in deinem Frieden weiterleben kann.“
.
Splitter 6.3.2011
Nicht erst durch die Sünde wurde der Mensch frei. Gott hat dem Menschen von Anfang an die Verantwortung gegeben, frei zu handeln.
.
Splitter 27.2.2011
„Glaubende wünschen sich einen Gott – aber es gibt keinen“, sagte Einer. „Genauso gut könnte ich sagen“, antwortete der Weise „Nicht-Glaubende wünschen sich keinen Gott – aber es gibt einen.“
.
Splitter 20.2.2011
Würdelos ist der, der andere ohne Würde behandelt. Er outet sein würdeloses Innerstes.
Ehrlos ist der, der andere ohne Respekt behandelt. Er outet sein ehrloses Innerstes.
.
Splitter 13.2.2011
"Jedes Mal setze ich aufs falsche Pferd. Einmal setzte ich nicht auf das Pferd, das ich für das richtige gehalten habe, weil ich nicht wieder aufs falsche Pferd setzen wollte, sondern auf das andere, das ich für das falsche Pferd hielt - und prompt war es wieder das falsche Pferd. Gibts einen Ausweg?" "Ja!", sagte der Heilige.
.
Splitter 1.2.2011
"So mancher Revoluzzer bestätigt ganz munter: Geht der Gottesglaube baden - geht die Moral mit unter", sang der Heilige und polierte dabei seinen Heiligenschein.
.
Splitter 21.1.2011
Nicht jeder, den man mit Liebe füttert, scheidet auch Liebe aus.
.
Splitter 15.1.2011
"Ich lobe Gott nicht!", sagte Einer. "Ich weiß", antwortete der Weise, "man merkt es dir an."
.
Splitter 7.1.2011
„Ich kann anderen helfen, weil ich will, und nicht, weil ich muss – es von einem Gott befohlen bekommen muss“, sagte Einer. „Ja“, sagte Anderer, „ich helfe, weil ich es mir von Jesus sagen lasse: `Hilf, wie der barmherzige Samariter geholfen hat!´“. „Ist das nicht armselig, soll man nicht helfen, weil es von Herzen kommt?“ fragte Einer. „Das kommt doch auch vom aufmerksamen Herzen. Es gibt jedoch einen Unterschied, einen wesentlichen Unterschied: Du kannst sagen: Will ich helfen?, ist der Mensch es Wert, dass ich helfe?, habe ich jetzt Zeit zu helfen?, braucht er die Hilfe jetzt wirklich notwendig? usw. Und dann kannst du viele Argumente finden, um nicht helfen zu müssen. Ich dagegen muss helfen, denn Jesus lehrt, dass es nicht darauf ankommt, was ich will, sondern auf das, was dem anderen hilft. – Nur dann, wenn es wirklich nicht anders geht, muss ich Verantwortung tragend dagegen entscheiden.“ „Hauptsache, wir helfen!“, sagte Einer. „Ja“, sagte Anderer. Der Heilige lauschte dem Gespräch und sagte: Herr M. konnte sich nicht entscheiden: Sollte er lieber sein Auto putzen oder seine einsame Mutter besuchen oder nicht doch lieber seine neue DVD ansehen? Herr N. stand vor derselben Frage und überlegte: Was würde Jesus tun?
*